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Reformiertes Energielabel sorgt seit August für Verwirrung

von pm-energy

30. August 2017 | erstellt in Energieeffizienz, Energiewende, Kosten senken, Neuigkeiten, Politik

Das EU-Energielabel informiert Verbraucher beim Kauf über den Energieverbrauch von Geräten. Allerdings stößt die derzeitige Kennzeichnung an ihre Grenzen.

Reformiertes Energielabel sorgt seit August für Verwirrung
Bekanntheit und Einfluss sind groß: So erkennen bei Umfragen rund 95 Prozent das europäische Energielabel, bei 84 Prozent beeinflusst es die Kaufentscheidung von Haushaltgeräten. Allerdings hat die derzeitige Kennzeichnung mit der besten Energieeffizienzklasse A+++ ihre Grenzen erreicht. Beispielsweise sind bei Waschmaschinen schon gut drei Viertel der angebotenen Modelle in der besten Klasse A+++ (Abfrage Online-Geräteberater bei www.hausgeraete-plus.de). Von den eigentlich sieben Klassen dürfen aufgrund von Ökodesign-Mindestanforderungen überhaupt nur noch die drei besten Klassenneu in den Handel gebracht werden. Damit ist von einer Lenkungswirkung für Verbraucher und einem Anreiz für Hersteller, effizientere Geräte zu entwickeln, nicht mehr viel übrig geblieben.

A+++, A++ und A+ verschwinden

Daher hat die Europäische Union das Energielabel reformiert: Am 1. August 2017 ist die neue Rahmenverordnung in Kraft getreten. Auffälligste Änderung: Die „Plus“-Klassen verschwindenzukünftig, alle Energielabel reichen einheitlich von Energieeffizienzklasse A bis G.

A und B bleiben zunächst frei

Um Platz für technischen Fortschritt zu lassen, sollen anfangs die Klassen A und B frei bleiben. Die Vereinheitlichung der Skala ist zwar generell positiv für die Verbraucherinformation zu sehen, dafür aber erklärungsbedürftig. Denn zukünftig sollen die Kunden C- oder D-Geräte kaufen, während sie bislang an A+, A++, A+++ gewöhnt sind. „Die aktuell verfügbaren Bestgeräte werden quasi auf dem Papier abqualifiziert. Der Kunde, der ein Bestgerät kauft, muss dann mit der Klasse C vorlieb nehmen - weil es zunächst noch gar kein A- oder B-Gerät geben soll“, so Dr. Jan Witt, Geschäftsführer der HEA-Fachgemeinschaft. Über lange Jahre werden zudem Geräte mit altem und neuem Energielabel parallel angebotenwerden. „Um Verwirrung zu vermeiden, muss deshalb verdeutlicht werden, dass neue, energieeffiziente Geräte mit neuem Label trotz niedrigerer Energieeffizienzklasse sparsamer sind als Geräte mit altem Label“, so Witt. Weitere Informationen gibt es unter www.hea.de.

Fristen für die Umstellung

Alle 16 bereits existierenden Energielabel werden in den nächsten Jahren auf die Klassen A bis G umgestellt. Besonders schnell gehen soll es bei Kühl- und Gefriergeräten, Geschirrspülern, Waschmaschinen, Fernsehern sowie elektrischen Lampen und Leuchten. Ziel ist, dass Ende 2019 diese Geräte auch tatsächlich mit dem neuen Label A bis G in den Geschäften stehen. Dagegen bekommen z. B. Heizungen und Warmwasserbereiter frühestens 2026 das neue Energielabel. Quelle: https://www.haustec.de/management/reformiertes-energielabel-sorgt-seit-august-fuer-verwirrung?utm_campaign=NL20170829&utm_medium=newsletter&utm_source=haustec&utm_term=Reformiertes+Energielabel+sorgt+seit+August+f%C3%BCr+Verwirrung

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CO2-Emissionen steigen im ersten Halbjahr

von pm-energy

8. August 2017 | erstellt in Energiewende, Erneuerbare Energien, Konventionelle Energieträger, Neuigkeiten, news, Politik, Studie

Anstatt zu sinken, erhöhte sich der Ausstoß von Treibhausgasen in Deutschland im ersten Halbjahr 2017, wie die Think Tanks Agora Energiewende und Verkehrswende berechnet haben. Aus einer Quelle gingen die Emissionen besonders hoch.
Mineralöl führt die Negativ-Liste an: Die im Verkehr verursachten Treibhausgase kletterten im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahrszeitraum um 4,6 Millionen Tonnen, wie die beiden Think Tanks Agora Energiewende und Verkehrswende errechnet haben. Diesel verzeichnete ein Absatzplus von 6,5 Prozent, bei Benzin waren es 2,5 Prozent und bei Flugbenzin fast 8 Prozent mehr. „Das zeigt, wie wichtig es ist, endlich auch Klimaschutzpolitik im Verkehr entschlossen zu betreiben“, sagt Christian Hochfeld, Direktor von Agora Verkehrswende. „Wenn eine umfassende Verkehrswende kein Schwerpunkt in der nächsten Legislaturperiode wird, lassen sich Deutschlands ambitionierte Klimaschutzziele nicht erreichen.“

Unterm Strich stieg der energiebedingte Ausstoß von Kohlendioxid in den ersten sechs Monaten des Jahres um knapp 5 Millionen auf 428 Millionen Tonnen – ein Plus von 1,2 Prozent. Die Denkfabriken, hinter denen die Stiftung Mercator und der European Climate Foundation stehen. erwarten, dass die Emissionen auch übers gesamte Jahr steigen werden.
Klimaziel rückt weiter in die Ferne Damit rückt das Klimaziel, das Kanzlerin Angela Merkel (CDU) kürzlich bekräftigt hat, weiter in die Ferne. Es sieht eine Minderung des CO2-Ausstoßes bis 2020 um 40 Prozent gegenüber den Werten von 1990 vor. Im vergangenen Jahr waren jedoch erst 27,6 Prozent erreicht. „Die Lücke zum Klimaschutzziel von minus 40 Prozent wird nicht kleiner, sondern bleibt bei rund 150 Millionen Tonnen“, sagt Patrick Graichen, Direktor von Agora Energiewende. Um die Werte doch noch zu erreichen, fordert er „unmittelbar nach der Bundestagswahl“ ein „Sofortprogramm Klimaschutz, das für Strom, Wärme und Verkehr schnell wirkende Maßnahmen enthält“. Aus Erdgas wurden den Agora-Berechnungen zufolge im ersten Halbjahr 2,9 Millionen Tonnen CO2 mehr ausgestoßen, aus Braunkohle lag das Plus bei 2,3 Millionen Tonnen. Die Emissionen aus der Nutzung von Steinkohle sanken hingegen um 5,1 Millionen Tonnen. Für den Anstieg des Mineralöls machen die Denkfabriken allein den höheren Verbrauch von Benzin, Diesel und Kerosin verantwortlich. Der Absatz von Heizöl hingegen sei im ersten Halbjahr sogar leicht gesunken – trotz der kälteren Witterung. Die Änderungen beim Verbrauch von Braunkohle, Steinkohle und Erdgas sind laut Agora vor allem auf die Entwicklungen am Strommarkt zurückzuführen: So hätten die Erneuerbaren Energien deutlich zugelegt, ebenso die Nutzung von Gas in Kraftwerken, insbesondere KWK-Anlagen. Dies ging zu Lasten der Steinkohle – hier wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres auch einige Steinkohlekraftwerke stillgelegt.
Jutta Maier
Quelle: BizzEnergy, 07.08.2017

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