Neuigkeiten mit dem Thema:: Konventionelle Energieträger

Wie die IEA der realen Photovoltaik-Entwicklung trotzt

von pm-energy

2. Dezember 2017 | erstellt in Energiewende, Erneuerbare Energien, Konventionelle Energieträger, Photovoltaik, Politik

Seit einiger Zeit macht eine Grafik die Runde. Ein niederländischer Wissenschaftler zeigt dabei auf, wie weit die reale Photovoltaik-Entwicklung weltweit und die Prognosen der Internationalen Energieagentur auseinanderklaffen. Das Thema ist nicht neu, aber alle Jahre wieder spannend. Auch die Grafik ist nicht mehr taufrisch, aber wir haben bislang nicht darüber berichtet und sie ist immer noch aktuell. Der holländische Wissenschaftler von der Universität für Technology in Eindhoven, Auke Hoekstra, hat sich die Mühe gemacht und die Vorhersagen des World Energy Outlooks (WEO) der Internationalen Energieagentur (IEA) mit den realen Entwicklungen der Photovoltaik weltweit abgeglichen. Immer wieder wird auf die falschen Annahmen der IEA verwiesen, hinter denen auch politisches Kalkül zu stecken scheint, eben um die Photovoltaik künstlich klein zu halten. Die Grafik zeigt eindrucksvoll, wie weit die IEA den realen Entwicklungen beim Photovoltaik-Zubau hinterherhinkt. Selbst die zuletzt enthaltenen deutlichen Erhöhungen der jährlich neu installierten Photovoltaik-Leistung liegen weit unter dem, was in der Realität passiert. Auch interessant zu sehen ist, dass die IEA für die Prognose der Entwicklung in den Folgejahrzehnten ebenfalls konsequent an dem Seitwärtstrend festhält. So glaubt sie noch nicht einmal daran, dass 2040 der weltweite Photovoltaik-Zubau die 100 Gigawatt erreichen wird – sondern sie schätzt ihn dann immer noch auf weniger als 80 Gigawatt. In der Realität wird die Marke von 100 Gigawatt global neu installierter Photovoltaik-Leistung bereits in diesem Jahr wohl geknackt. Und das wird bestimmt nicht das Ende der Photovoltaik-Entwicklung sein. Fazit zu dieser Grafik: Der Photovoltaik-Zubau hat sich in den vergangenen Jahren jeweils exponentiell gesteigert. Bei der IEA schreibt man stur den eigenen Ist-Zustand fort und auch für die Zukunftsprognosen schließt sie die Augen vor der realen Entwicklung, die sie seit Jahren beobachten könnte, wenn sie nur wollte. Schön wiederum, dass die Photovoltaik nicht lesen kann und ihr alle Prognosen solcher Experten egal sind. Quelle: https://www.pv-magazine.de/2017/12/01/wie-die-iea-der-realen-photovoltaik-entwicklung-trotzt/

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Energiespeicher schaffen mehr Flexibilität im Stromnetz

von pm-energy

6. September 2017 | erstellt in Energiewende, Erneuerbare Energien, Konventionelle Energieträger, Politik, Studie

Der Stromüberschuss in Deutschland steigt jedes Jahr in neue Höhe. Braunkohle- und Atomkraftwerke reagieren zu unflexibel auf die Einspeisung von erneuerbaren Energien. Speichersysteme sind nach Ansicht des BVES die bessere Alternative.

 Die deutschen Stromexporte sind in den vergangenen Jahren immer weiter angewachsen. Nach einer Studie des Beratungsunternehmens Energy Research Architecture (ERA) im Auftrag der Grünen, sind vor allem die inflexiblen Braunkohle- und Atomkraftwerke dafür verantwortlich. Ihre starre Fahrweise stehe im Konflikt zur volatilen Einspeisung der erneuerbaren Energien. Damit behinderten sie eine Balance von Angebot und Nachfrage im Strommarkt und verlangsamten den Ausbau von erneuerbaren Energien künstlich.
„Zwischen Überschuss und Mangel wird sichtbar, dass Flexibilität das Element der Stunde ist“, erklärt Thomas Speidel, Präsident des Bundesverbands Energiespeicher (BVES), zu den Ergebnissen der Studie. Daher sei die Verankerung von Energiespeichern als vierte Säule des Energiesystems – neben Erzeugung, Verbrauch und Transport – als Lösung des Problems unverzichtbar. Speichertechnologien seien geeignet, um eine Balance zwischen Erzeugung und Verbrauch im Energiesektor herzustellen. „Um ein stabiles Hybridsystem umsetzen zu können, ist es dringend erforderlich, dass Energiespeicher die Rolle zugewiesen bekommen, die sie physikalisch besitzen und regulatorisch endlich auch haben müssen“, so Speidel weiter. Energiespeicher seien weder Erzeuger noch Letzverbraucher, sondern „zeitliche Verzögerungsglieder“. Diese seien für die Flexibilität aber entscheidend. Quelle: PV Magazine https://www.pv-magazine.de/2017/09/05/energiespeicher-schaffen-mehr-flexibilitaet-im-stromnetz/

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„EnEV und EEG abschaffen“: Was die Parteien nach der Bundestagswahl planen

von pm-energy

1. September 2017 | erstellt in Energiewende, Erneuerbare Energien, Konventionelle Energieträger, Politik, Wärmeenergie, Wirtschaft

Der Bundestagswahlkampf ist in der heißen Phase. Doch was planen die großen Parteien im Energie- und Wärmebereich? Wir präsentieren Ihnen die wichtigsten Thesen aus den Wahlprogrammen. Im aktuellen Bundestagswahlkampf stehen vor allem die Themen Beschäftigung, Familien, Bildung, Renten, innere Sicherheit und Zuwanderung im Mittelpunkt. Doch wie welche Pläne und Positionen verfolgen die Parteien zur Energie- und Wärmeversorgungspolitik? Wir haben die Programme der sechs Parteien analysiert, die die größten Chancen haben, in den Deutschen Bundestag einzuziehen. Bei den folgenden Textpassagen handelt es sich überwiegend um wörtliche Zitate aus den Wahlprogrammen.

CDU/CSU Im nur 76-seitigen Wahlprogramm der CDU / CDU werden unter den Überschriften „Energiewende soll zum Erfolg führen“ und „Klimaschutz ist Zukunftsschutz“ u. a. folgende Kernthesen formuliert: Die Energiewende muss marktwirtschaftlich organisiert werden. Dabei sind wir seit 2013 einen großen Schritt vorangekommen. Wir halten an unseren bestehenden Energie- und Klimazielen fest und setzen sie Schritt für Schritt um. Dies gilt auch für den 2016 beschlossenen Klimaschutzplan. Wir lehnen dirigistische staatliche Eingriffe in diesem Bereich ab und setzen stattdessen auf marktwirtschaftliche Instrumente. Damit das Klima Zukunft hat. Deutschland braucht eine langfristig sichere, bezahlbare und saubere Energieversorgung. Der Ausstieg aus der Kernenergienutzung zur Energieerzeugung wird wie vorgesehen bis 2023 abgeschlossen sein. Der Umbau der Energieversorgung auf erneuerbare Energien ist in dieser Legislaturperiode erheblich vorangekommen. Wir haben einen verbindlichen Ausbaupfad geschaffen, der allen Beteiligten Planungssicherheit gibt. Durch die marktwirtschaftliche Umgestaltung des Fördersystems sind die Ausbaukosten für Wind auf hoher See, Wind an Land und für Photovoltaik-Anlagen drastisch gesunken. Die EEG-Umlage haben wir stabilisiert, energieintensive Unternehmen entlastet, den Strommarkt neu geordnet und die Voraussetzungen für den Ausbau der großen Übertragungsnetze bis 2023 geschaffen. Strom muss langfristig bezahlbar bleiben für alle Unternehmen und Betriebe sowie privaten Verbraucher. Dafür setzen wir die marktwirtschaftliche Heranführung und Systemintegration der erneuerbaren Stromerzeugung Deutschland muss eine einheitliche Strompreiszone bleiben. Der beschleunigte Netzausbau und die Beseitigung von Engpässen haben für uns oberste Priorität. Dadurch reduzieren wir in erheblichem Umfang Kosten. Es dürfen keine Nachteile für Grundstückseigentümer, Investitionen und Arbeitsplätze entstehen. Moderne Stromspeichertechnologien sind für den Erfolg der Energiewende von großer Bedeutung. Unsere Anstrengungen bei der Forschung und bei der Förderung setzen wir fort. Deutschland soll wieder Standort für eine Batteriezellproduktion werden. Neben dem weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien wollen wir die Sektorenkopplung weiterentwickeln: Die Steuerung von Produktion und Nachfrage sowie die Verknüpfung der Stromerzeugung mit Bereichen wie Verkehr, Gebäude und Wärme gewinnen zunehmend an Bedeutung. Dadurch lassen sich Kosten wirksam begrenzen und die Versorgungssicherheit weiter erhöhen. SPD Auch bei der SPD beschränken sich die Ausführungen zum Themenbereich Energie, Energiewende, Wärmeversorgung auf nur wenige Passagen im 116-seitigen Wahlprogramm. Dazu gehören insbesondere folgende Kernthesen unterhalb von zwei Themenblöcken. Energiewende vollenden: Energie muss umweltfreundlich und bezahlbar sein. Gleichzeitig muss die verlässliche Versorgung gesichert bleiben. Das sind für uns drei gleichrangige Ziele der Energiewende. Es ist eine Frage der Gerechtigkeit, dass wir erneuerbare Energien weiter ausbauen. Erneuerbare Energien aus Windkraft (Off- und Onshore) und Sonnenenergie sind langfristig die kostengünstigste Form der Energieerzeugung. Sie machen uns unabhängig von Öl, Erdgas und Uran aus Konfliktregionen. Sie tragen zur lokalen Wertschöpfung bei und zu einem fairen Energiemarkt. Damit die Energiewende erfolgreich fortgeführt werden kann, müssen die verschiedenen Energiesektoren stärker verbunden werden. Bisher findet die Energiewende hauptsächlich im Stromsektor statt. Durch Sektorenkopplung soll die Energiewende noch stärker in den Wärme- und Verkehrssektor getragen werden. Speicher und andere Technologien für die Sektorenkopplung sowie die Flexibilisierung und die Digitalisierung der Energiewende wollen wir gezielt durch technologieoffene gesetzliche Rahmenbedingungen sowie durch Forschungs- und Entwicklungsprogramme voranbringen. Der zügige Netzausbau auf Verteil- und Übertragungsnetzebene ist für das Gelingen der Energiewende von entscheidender Bedeutung. Bestehende Stromleitungen sollen mit Hilfe neuer Technologien besser ausgelastet werden. Maßnahmen zur Energieeffizienz ausbauen: Wir werden Deutschland zur energieeffizientesten Volkswirtschaft der Welt machen. Wir wollen insbesondere den öffentlichen Gebäudebestand und den öffentlichen Nahverkehr zu Vorbildern des nachhaltigen und energieeffizienten Verbrauchs entwickeln. Energieeffizienzstandards von Produkten und Dienstleistungen werden wir weiter verbessern. Spätestens 2050 müssen wir Energie weitestgehend treibhausgasneutral erzeugen. Wir stellen dabei sicher, dass Deutschlands Industrie international wettbewerbsfähig bleibt. Den europäischen Emissionshandel werden wir so weiterentwickeln, dass er seine Funktion als zentrales Klimaschutzinstrument erfüllen kann… Die vollständige Energiewende gelingt nur, wenn auf dem Weg dorthin konventionelle Energieträger den Ausbau der erneuerbaren Energien ergänzen. Erdgas, erneuerbares Gas aus Power-To-Gas-Anlagen und die bestehende Gasnetzinfrastruktur werden im Energiemix für eine flexible, sichere und CO2-arme Energieerzeugung immer bedeutender. Moderne Anlagen der Kraft-Wärme-Kopplung werden eine wichtige Rolle im Energiesystem übernehmen. Wir werden sie deshalb entsprechend fördern. Wir wollen, dass alle Menschen an der Rendite der Energiewende teilhaben. Deswegen sind Mieterstrommodelle für uns so wichtig. Mieterinnen und Mieter sollen von der Einspeisung regenerativer Energien und einer eigenen Stromerzeugung finanziell profitieren. Wir werden Hausbesitzern weiterhin dabei unterstützen, ihre Gebäude auf wirtschaftliche Weise energetisch zu sanieren und mit erneuerbaren Energien zu versorgen. Wir werden gleichzeitig darauf achten, dass Wohnen für Mieterinnen und Mieter bezahlbar bleibt. Sinkende Börsenstrompreise und Einkaufspreise der Gasversorger müssen bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern ankommen. Wir wollen alternative Finanzierungsmodelle der Energiewende prüfen. Wir werden Bürger-Energiegenossenschaften fördern. Die Grünen Die ehrgeizigsten Ziele mit vergleichsweise kurzen Fristen vertreten Die Grünen in ihrem 248 Seiten dicken Bundestagswahlprogramm. Zu den Kernthesen gehören: Bis zum Jahr 2030 wollen wir unseren Strombedarf vollständig aus erneuerbaren Energien decken, wozu auch der „Kohleausstiegsfahrplan“ verwendet wird. Dazu werden wir die Obergrenzen für den Ausbau erneuerbarer Energien abschaffen und das Strommarktdesign sowie das komplizierte Abgabensystem auf Energie zugunsten der erneuerbaren Energien und der Speichernutzung novellieren. Bis zum Jahr 2050 soll die Energieversorgung auch für Gebäude, Mobilität und Prozesswärme in der Industrie ausschließlich aus erneuerbaren Energien erfolgen. Darum steigen wir zügig in die Verbindung der Sektoren Strom, Wärme und Mobilität ein und nutzen sinnvolle Möglichkeiten der Elektrifizierung. Die Energiewende im Wärmebereich muss vorankommen. Bei den Gebäuden müssen wir Energie einsparen und die erneuerbaren Energien ausbauen. Der Umstieg auf klimaschonende Wärme gelingt nur, wenn Wohnen und Heizen bezahlbar bleiben. Die beste Kilowattstunde ist die, die nicht verbraucht wird. Wir wollen eine Effizienzrevolution einleiten. Darum legen wir ein Energiespargesetz vor, das ambitionierte, aber realistische Vorgaben macht. Insbesondere in der Industrie gibt es noch viele Einsparpotenziale. Mit konkreten Fördermaßnahmen zum Energiesparen sowie mit unserem Programm „Faire Wärme“ greifen wir dabei auch den Privathaushalten unter die Arme. Mit mindestens zwei Milliarden Euro jährlich soll die Nutzung erneuerbarer Wärme im Gebäudebestand vorangebracht und die energetische Modernisierung von Häusern und ganzen Stadtvierteln gefördert werden. Auch die Nahwärmenetze und Abwärmenutzung sollen ausgebaut werden. Die von der EU geforderten Vorgaben für energieeffiziente Gebäude wollen wir so ausgestalten, dass neue Gebäude nur noch sehr wenig Energie verbrauchen und hauptsächlich erneuerbar beheizt werden. Stromsparchecks und Energieberatung sollen Standard werden. Wir minimieren die Umlage von Modernisierungskosten und führen ein neues Klimawohngeld ein. Wir unterstützen Städte und Gemeinden bei der nachhaltigen Wärmeversorgung mit 400 Millionen Euro für 10.000 Wärmespeicher. Mit „Mieterstrom“ vom Dach profitieren auch Mieter von der Energiewende. Nachhaltigkeit bei Energie, Baustoffen und Kosten muss durch die Betrachtung des Lebenszyklus unserer Häuser künftig Standard sein und schafft Arbeitsplätze bei Handwerkern vor Ort. Wir beenden die Ära des fossilen Verbrennungsmotors mit klaren ökologischen Leitplanken. Wir wollen ab 2030 nur noch abgasfreie Autos neu zulassen und schaffen dafür entsprechend die steuerlichen, fiskalischen und infrastrukturellen Voraussetzungen für die emissionsfreie Mobilität der Zukunft. FDP Die FDP rechnet in ihrem 158-seitigen Wahlprogramm radikal mit der Vorgehensweise der Bundesregierung ab. Zu den Kernthesen der Liberalen gehören: Eine Politik, die rechnen kann, bringt das Wünschenswerte mit dem Machbaren in Einklang. Die Energiewende ist das genaue Gegenbeispiel dazu: Das Wünschenswerte wird ohne Rücksicht auf das Machbare verfolgt, ohne dass es dabei erreicht würde. Wagen wir also einen Neustart bei der Energiewende. Wir wollen die Energiewende zu einem gesamteuropäischen Projekt machen, in dessen Zentrum die Ziele Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit und Umweltschutz stehen. Für den Wettbewerb neuer Technologien Wir wollen, dass Energiepolitik nicht zur Verbotspolitik wird. Heute werden den Menschen die Ziele der Energiepolitik mit immer neuen Vorschriften, Subventionen und Zwangsabgaben aufgezwungen. Wir wollen marktwirtschaftliche Anreize und keine Verzichts- und Verbotsideologie mit staatlicher Gängelung. Niemand kann heute sagen, wie die Energieversorgung in 50 Jahren aussehen wird. Daher lehnen wir langfristige Pläne, mit denen für jeden Wirtschaftssektor spezifische Emissionsziele mittels restriktiver Vorgaben umgesetzt werden sollen, grundsätzlich ab. Wir setzen uns für einen vielfältigen Energiemix ein und stehen neuen Technologien dabei offen gegenüber, auch wenn auf fossile Energieträger auf absehbare Zeit nicht verzichtet werden kann. Das Tempo beim Zubau der erneuerbaren Energien muss mit dem Ausbaustand der Übertragungsnetze, der Power-to-X-Technologie und Verteilnetze in einem zusammenwachsenden europäischen Energiebinnenmarkt sowie der Entwicklung von Speicher- und Steuerungstechniken zusammenpassen. Deshalb wollen wir das Dauersubventionssystem des EEG mit Einspeisevorrang und -vergütung beenden. Anlagen mit Förderzusage genießen Bestandsschutz. Heute macht die Stromsteuer einen erheblichen Anteil des Strompreises aus. Wir wollen die Stromverbraucher entlasten und deshalb die Stromsteuer auf das europäische Mindestniveau absenken. Die Stromsteuer sollte das Klima schützen und die Rente finanzieren. Beides hat sich als Illusion erwiesen… Wir wollen die Potenziale der energietechnischen und energiewirtschaftlichen Verknüpfung von Strom, Wärme, Mobilität und Rohstoffen sowie deren Infrastrukturen („Sektorkopplung“) bei der Reduzierung von Treibhausgasemissionen marktwirtschaftlich nutzen. Wir lehnen eine planwirtschaftliche Umsetzung durch die Bundesregierung ab. Denn wir sehen in staatlicher Investitionslenkung, wie z. B. der zwangsweisen Einführung von Elektroautos durch ein Verbot von Verbrennungsmotoren, keine geeignete Klimaschutzstrategie. Auch die Digitalisierung im Energiemarkt muss mit marktwirtschaftlichen Prinzipien statt staatlichem Zwang vorangetrieben werden. Intelligente Stromzähler sind derzeit Voraussetzung für lastabhängige Stromtarife. Sie helfen, Angebot und Nachfrage besser zu steuern, und ermöglichen zugleich Kosteneinsparungen bei den Kunden. Bei der Einführung intelligenter Stromzähler sind hohe Datenschutzstandards strikt zu beachten. Nationale Alleingänge wie den Klimaschutzplan 2050 lehnen wir ab. Er schreibt für einzelne Sektoren in Deutschland konkrete Einsparziele vor, ohne einen wesentlichen Klimaeffekt zu haben. Damit verteuert er das Leben der Menschen und gefährdet Arbeitsplätze. Mit solcher planwirtschaftlichen Bevormundung nehmen wir uns die notwendige Offenheit für den technischen Fortschritt. Zudem sind gemeinsame europäische Klimaziele festgelegt. Das heißt, dass jede Tonne in Deutschland zusätzlich gespartes CO2 in anderen europäischen Ländern zusätzlich ausgestoßen werden kann. Alleingänge Deutschlands in der Klimapolitik sind also ökologisch wirkungslos. Daher müssen die Klimaziele Deutschlands wieder an die gemeinsamen europäischen Ziele angeglichen werden. Die Linke Im 144-seitigen Wahlprogramm der Linken finden sich viele, z. T. relativ detaillierte Ausführungen rund die Themenbereiche Energie-, Wärme- und Strom-Versorgung. Zu den Kernthesen gehören: Strom- und Wärmenetze müssen in die öffentliche Hand überführt und demokratisch kontrolliert werden. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in seinen zentralen Säulen – vorrangige Einspeisung von Ökostrom, garantierte kostenorientierte Vergütungssätze – ist von der Bundesregierung durch ein System vom Marktprämien und Ausschreibungen zu großen Teilen zerstört worden. Wir wollen eine strukturelle Reform des EEG mit sozialen Komponenten Wir wollen den Ökostromanteil auf 43 Prozent bis zum Jahr 2020, 70 Prozent bis 2030 und auf 100 Prozent bis 2040 erhöhen. Nationales Kohleausstiegsgesetz mit folgenden Eckpunkten: Der schrittweise Kohleausstieg beginnt 2018. Spätestens 2035 muss der letzte Kohlemeiler vom Netz gehen. Um die Energiewende voranzubringen, wollen wir die gesetzlichen Rahmenbedingungen für Hauseigentümer, Mietervereinigungen, Betriebe und Kommunen verbessern, die ihre Energieversorgung in die eigene Hand nehmen wollen. Den Einsatz von Blockheizkraftwerken (BHKW) und anderen Formen der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) als hocheffiziente Brückentechnologie wollen wir besser fördern, um ihren Anteil bis 2020 auf 25 Prozent an der Bruttostromerzeugung zu erhöhen. Für den durchschnittlichen Verbrauch von elektrischem Strom, Wasser und Heizenergie werden preisgünstige Sockeltarife geschaffen. Diese decken einen Teil des durchschnittlichen Verbrauchs ab. Was über den durchschnittlichen Verbrauch hinausgeht, wird teurer. Darin sehen wir ein Instrument, mit elektrischem Strom, Heizenergie und Wasser sparsamer umzugehen. Gleichzeitig werden einkommensschwache Haushalte entlastet. Die Strompreise müssen stärker überwacht und sozial gerechter ausgerichtet werden. Wir wollen ein bundeseinheitliches Netzentgelt über alle Spannungsebenen einführen. Die Stromsteuer für private Verbraucher wollen wir senken. Für zusätzliche Entlastungen wollen wir einen Energiewendefonds auflegen… Außerdem wollen wir Rabatte bei der EEG-Umlage für energieintensive Industrien abschaffen. Die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden darf nicht zu höheren Warmmieten oder gar Verdrängung führen. Wir fordern darum ein stärkeres Engagement der öffentlichen Hand, um hier die Kosten für Mieter zu begrenzen. Um den Altbaubestand bis 2050 nahezu vollständig energetisch zu sanieren, muss sich die Sanierungsrate von derzeit 1,1 Prozent auf zwei Prozent im Jahr verdoppeln. Dazu sollen ein verbindlicher Plan erstellt und die Förderprogramme für energetische Gebäudesanierung deutlich und dauerhaft erhöht werden. Bei der Wärmedämmung werden vorrangig die Maßnahmen gefördert, bei denen umweltfreundliche Dämmstoffe verwendet werden. Der verpflichtende Anteil erneuerbarer Energien an der Wärmeversorgung für Neubauten muss schrittweise gesteigert und bei grundlegenden Sanierungen auch auf den Gebäudebestand ausgeweitet werden. Der regenerative Wärmeanteil in Deutschland soll 2020 mindestens 20 Prozent betragen. Am preiswertesten und umweltfreundlichsten ist immer noch die Kilowattstunde, die erst gar nicht bereitgestellt werden muss. Effizienzpolitik braucht nicht nur Fördermittel, sondern auch Gesetze und Verordnungen, die Mindeststandards für den Energieverbrauch von Produkten, Produktionsweisen und Gebäuden (auch im Bestand) vorgeben. AfD Die AfD nutzt einige Textstellen ihres 76-seitigen Wahlprogramms für Statements und konkrete Forderungen zum Themenbereich Energie. Zu den Kernthesen gehören u. a.: Deutschland hat Strompreise, die mit jedem Zubau weiterer Wind- und Sonnenstromanlagen und dem Netzausbau zwangsläufig weiter steigen. Der mit staatlicher Planwirtschaft erzeugte Ökostrom hatte im Jahr 2015 einen Marktwert von 3,3 Milliarden Euro. Zusammen mit den EEG-Subventionen kostete dieser Ökostrom die Verbraucher 27,5 Milliarden Euro (Quelle: BMWi). Diese Subventionen fließen zu den Profiteuren der Energiewende und belasten jeden Vierpersonenhaushalt bis 2025 mit jeweils 25.000 Euro. Damit findet eine Umverteilung von unten nach oben statt. Die volkswirtschaftlichen Mehrkosten der geplanten Energiewende allein im Strombereich werden bis 2050 zusammen mehrere Billionen Euro betragen. Die naturgesetzlich, technisch und wirtschaftlich bedingten und daher vorhersehbaren Probleme der Energiewende wie weiter steigende Preise, gefährdete Netzstabilität, zunehmendes Risiko für Stromausfälle und fehlende Großspeicher, bleiben ungelöst. Die AfD fordert deshalb, das EEG ersatzlos zu streichen. Solange das EEG noch nicht abgeschafft ist, sollen u. a. keine EE-Anlagen in Wäldern und Schutzgebieten errichtet werden. Die ständige Verschärfung von Verordnungen und Gesetzen im Wärmesektor, wie die Energieeinspar-Verordnung (EnEV) und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) zur Dämmung und Heizung, führt zu stark steigenden Bau- und Rückbaukosten und entsprechend hohen Mieten, die die unteren Einkommensgruppen besonders hart treffen. Die AfD fordert deshalb, die EnEV und das EEWärmeG abzuschaffen. Das Ziel der Bundesregierung ist es, bis 2050 die CO2-Emissionen um 80 bis 95 Prozent zu senken. Die Sektoren Mobilität und Wärme sollen durch Umstellung auf Ökostrom ebenfalls emissionsfrei werden. Dies erfordert einen Ausbau der Windenergieanlagen in einem Ausmaß und mit einer Geschwindigkeit, die Wirtschaft und Bürger überfordern. Die bestehenden Kernkraftwerke wollen wir deshalb nicht vor Ende ihrer Nutzungsdauer außer Betrieb nehmen. Auch auf die Nutzung moderner Gas- und Kohlekraftwerke wird Deutschland auf absehbare Zeit nicht verzichten können. Die Aussagen des Weltklimarats (IPCC), dass Klimaänderungen vorwiegend menschengemacht seien, sind aus Sicht der AfD wissenschaftlich nicht gesichert. Mit dem Beitritt zum Pariser Abkommen und dem von der Bundesregierung erlassenen Klimaschutzplan 2050 hat Deutschland sich verpflichtet, für die sogenannte „Dekarbonisierung“ weitgehende Eingriffe in unsere Wirtschaft und Gesellschaft vorzunehmen. Wir wollen das Projekt der Dekarbonisierung über die „Große Transformation“ beenden und den Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung aufheben. Das Pariser Klimaabkommen vom 12.12.2015 ist zu kündigen. Deutschland soll aus allen staatlichen und privaten „Klimaschutz“-Organisationen austreten und ihnen jede Unterstützung entziehen. Quelle: Jürgen Wendnagel; weitere Infos und Quelle unter: https://www.haustec.de/management/enev-und-eeg-abschaffen-was-die-parteien-nach-der-bundestagswahl-planen?utm_campaign=NL20170901&utm_medium=newsletter&utm_source=haustec&utm_term=%22EnEV+und+EEG+abschaffen%22%3A+Was+die+Parteien+nach+der+Bundestagswahl+planen  

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CO2-Emissionen steigen im ersten Halbjahr

von pm-energy

8. August 2017 | erstellt in Energiewende, Erneuerbare Energien, Konventionelle Energieträger, Neuigkeiten, news, Politik, Studie

Anstatt zu sinken, erhöhte sich der Ausstoß von Treibhausgasen in Deutschland im ersten Halbjahr 2017, wie die Think Tanks Agora Energiewende und Verkehrswende berechnet haben. Aus einer Quelle gingen die Emissionen besonders hoch.
Mineralöl führt die Negativ-Liste an: Die im Verkehr verursachten Treibhausgase kletterten im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahrszeitraum um 4,6 Millionen Tonnen, wie die beiden Think Tanks Agora Energiewende und Verkehrswende errechnet haben. Diesel verzeichnete ein Absatzplus von 6,5 Prozent, bei Benzin waren es 2,5 Prozent und bei Flugbenzin fast 8 Prozent mehr. „Das zeigt, wie wichtig es ist, endlich auch Klimaschutzpolitik im Verkehr entschlossen zu betreiben“, sagt Christian Hochfeld, Direktor von Agora Verkehrswende. „Wenn eine umfassende Verkehrswende kein Schwerpunkt in der nächsten Legislaturperiode wird, lassen sich Deutschlands ambitionierte Klimaschutzziele nicht erreichen.“

Unterm Strich stieg der energiebedingte Ausstoß von Kohlendioxid in den ersten sechs Monaten des Jahres um knapp 5 Millionen auf 428 Millionen Tonnen – ein Plus von 1,2 Prozent. Die Denkfabriken, hinter denen die Stiftung Mercator und der European Climate Foundation stehen. erwarten, dass die Emissionen auch übers gesamte Jahr steigen werden.
Klimaziel rückt weiter in die Ferne Damit rückt das Klimaziel, das Kanzlerin Angela Merkel (CDU) kürzlich bekräftigt hat, weiter in die Ferne. Es sieht eine Minderung des CO2-Ausstoßes bis 2020 um 40 Prozent gegenüber den Werten von 1990 vor. Im vergangenen Jahr waren jedoch erst 27,6 Prozent erreicht. „Die Lücke zum Klimaschutzziel von minus 40 Prozent wird nicht kleiner, sondern bleibt bei rund 150 Millionen Tonnen“, sagt Patrick Graichen, Direktor von Agora Energiewende. Um die Werte doch noch zu erreichen, fordert er „unmittelbar nach der Bundestagswahl“ ein „Sofortprogramm Klimaschutz, das für Strom, Wärme und Verkehr schnell wirkende Maßnahmen enthält“. Aus Erdgas wurden den Agora-Berechnungen zufolge im ersten Halbjahr 2,9 Millionen Tonnen CO2 mehr ausgestoßen, aus Braunkohle lag das Plus bei 2,3 Millionen Tonnen. Die Emissionen aus der Nutzung von Steinkohle sanken hingegen um 5,1 Millionen Tonnen. Für den Anstieg des Mineralöls machen die Denkfabriken allein den höheren Verbrauch von Benzin, Diesel und Kerosin verantwortlich. Der Absatz von Heizöl hingegen sei im ersten Halbjahr sogar leicht gesunken – trotz der kälteren Witterung. Die Änderungen beim Verbrauch von Braunkohle, Steinkohle und Erdgas sind laut Agora vor allem auf die Entwicklungen am Strommarkt zurückzuführen: So hätten die Erneuerbaren Energien deutlich zugelegt, ebenso die Nutzung von Gas in Kraftwerken, insbesondere KWK-Anlagen. Dies ging zu Lasten der Steinkohle – hier wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres auch einige Steinkohlekraftwerke stillgelegt.
Jutta Maier
Quelle: BizzEnergy, 07.08.2017

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Fossile-Energien-Umlage würde 2017 bei 10,2 Cent pro Kilowattstunde liegen

von pm-energy

5. Juli 2017 | erstellt in Energiewende, Erneuerbare Energien, Konventionelle Energieträger, Kosten senken, Politik

Photovoltaik, Windkraft und Co. werden gern als Preistreiber bei den Stromkosten gebrandmarkt. Nach einem Bericht von „Strom-Report“ liegen die staatlichen Förderungen und Vergünstigungen für Atomkraft, Kohle und Gas sowie deren Folgeschäden mit 33 bis 38 Milliarden Euro in diesem Jahr erneut deutlich über dem Niveau der Ausgaben für Erneuerbare. Doch diese Kosten erscheinen nicht auf der Stromrechnung, sondern werden auf die Steuerzahler abgewälzt.

 Die EEG-Umlage liegt derzeit bei 6,88 Cent pro Kilowattstunde. Die Kosten werden auf den Strompreis der privaten Haushalte und kleineren Unternehmen in voller Höhe aufgeschlagen. Gern wird die EEG-Umlage daher als Treiber für den Strompreis an den Pranger gestellt. Vergessen wird dabei, dass auch Strom aus Atom-, Kohle- und Gaskraftwerken etwas kosten. Das Portal „Strom-Report“ hat nun auf Grundlage der Berechnungen des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) ermittelt, dass eine Fossile-Energien-Umlage in diesem Jahr 10,2 Cent pro Kilowattstunde betragen würde.
Das Volumen der staatlichen Subventionen und Steuervergünstigungen für Atom, Kohle und Gas wird sich in diesem Jahr voraussichtlich auf 33 bis 38 Milliarden Euro summieren, heißt es bei „Strom-Report“. Mit eingerechnet wurden Kosten für die Folge- und Umweltschäden durch fossile Energien. Insgesamt kommt man somit auf die Fossile-Energien-Umlage von rund zehn Cent pro Kilowattstunde. Die Kosten erscheinen allerdings nicht auf der Stromrechnung der Verbraucher, sondern werden auf die Steuerzahler abgewälzt. Für die Förderung von Photovoltaik, Windkraft und den anderen Erneuerbaren werden voraussichtlich 25 Milliarden Euro in diesem Jahr fällig. Infografik „Fossile-Energien-Umage: Die realen Kosten von Kohle- & Atomstrom“: Strom-Report In den vergangenen Monaten ist immer wieder über mögliche Fondslösungen und Steuerfinanzierungen für die EEG-Kosten diskutiert worden. Konkrete Pläne dafür gibt es allerdings nicht und das Thema ist politisch umstritten. In dieser Woche erst hat Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) mittelfristig die Abschaffung des EEG und der EEG-Umlage gefordert. Er monierte die ungerechte Kostenverteilung. Die Kosten für die Energiewende sollten nach seinem Willen aus dem Bundeshaushalt finanziert werden. Zuvor sollten aber die regulatorisch bedingten Fehlentwicklungen und Kostentreiber reduziert werden, so Gerber. Quelle: https://www.pv-magazine.de/2017/06/29/fossile-energien-umlage-wuerde-2017-bei-102-cent-pro-kilowattstunde-liegen/

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Solarstromerzeugung auf Rekordhoch

von pm-energy

14. Juni 2017 | erstellt in Energiewende, Erneuerbare Energien, Konventionelle Energieträger, Kosten senken, Photovoltaik, Solarenergie

Die Nachfrage nach Solaranlagen zieht wieder an.
12.06.2017 14:56 -Nur wenige Tage vor dem Start der Woche der Sonne hat der BSW Solar eine neue Rekordzahl veröffentlicht. Im Mai produzierten die in Deutschland installierten Solargeneratoren 5,57 Terawattstunden Strom und liegen damit mit den Kernkraftwerken gleich auf.
Im Monat Mai hat die Photovoltaik in Deutschland einen neuen Rekord erreicht – trotz des schlechten Wetters. Die in der Bundesrepublik installierten Solarstromanlagen haben in diesem Monat insgesamt 5,57 Terawattstunden Strom produziert. Das entspricht einem Anteil von 12,3 Prozent an der gesamten Nettostromerzeugung in Deutschland, wie der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW Solar) mitteilt. Zum Vergleich: Die Kernkraftwerke haben im Mai nach Angaben des BSW Solar 5,65 Terawattstunden Strom ins Netz eingespeist, was einen Anteil von 12,5 Prozent ausmacht. Der BSW Solar bezieht sich dabei auf Berechnungen des Fraunhofer Institut s für Solare Energiesysteme.

Nachfrage zieht an

Zudem zieht auch die Nachfrage nach Photovoltaikanlagen weiter an, wie der BSW Solar festgestellt hat. Die Branchenvertreter führen das vor allem auf die weiter gesunkene Preise für die Anlagen zurück. Denn die Rahmenbedingungen haben sich kaum geändert. „Solarenergie ist preiswert geworden und entwickelt sich zu einer wichtigen Säule der Energieversorgung“, betont Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW Solar. „Jetzt ist der ideale Zeitpunkt für den Einstieg in die eigene Solarenergieversorgung.“ Er weiß, dass der größte Teil der Potenziale für Solarenergie sowohl im Strom- als auch im Wärme- und Mobilitätssektor immer noch brach liegen. „Nach Einschätzung von Wissenschaftlern am Fraunhofer IWES kann die installierte Solarstromleistung in Deutschland bis zum Jahr 2050 auf über 300 Gigawatt ausgebaut werden“, erklären die Branchenvertreter. „Derzeit liegt sie bei rund 42 Gigawatt.“ Dieses restlichen Potenzial von 258 Gigawatt müsse jetzt konsequent gehoben werden, um die die Klimaschutzziele zu erreichen, sagt Körnig.

Solarstrom wird preiswerter

Dazu reicht der aktuelle Zubau immer noch nicht aus. Dieser liegt nach aktuellen Zahlen der Bundesnetzagentur mit Stichtag 30. April 2017 bei 482,175 Megawatt, wobei hier die Nachmeldungen von Anlagen aus den vergangenen Jahren mit einfließen. Das ist aber immerhin eine Steigerung des Zubaus um 62 Prozent im Vergleich des Vorjahreszeitraums. In den ersten vier Monaten des Jahres 2016 wurden in Deutschland Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von 297,64 Megawatt neu installiert. Doch im Herbst des vergangenen Jahres hat der BSW Solar eine erneute Senkung der Systemkosten beobachtet, was den Markt wieder in Schwung brachte. „Solarstrom vom Eigenheim- oder Gewerbedach gibt es inzwischen meist bereits für die Hälfte der Preise regionaler Versorgertarife“, rechnet Körnig vor. „Im Kraftwerksmaßstab kann Solarstrom in Deutschland bereits für rund sechs Cent je Kilowattstunde erzeugt werden. Das Preis-Leistungsverhältnis der Solarenergie liegt damit auf Augenhöhe mit neuen konventionellen Kraftwerken.“

Eingenverbrauch treibt den Speichermarkt

Der Marktschwerpunkt liegt derzeit klar auf dem Eigenverbrauch – sowohl privat als auch im Gewerbe. Dieser kann mit einem Stromspeicher noch gesteigert werden. „Bereits jeder zweite Eigenheimbesitzer, der sich eine neue Solarstromanlage installiert, kombiniert diese inzwischen mit einem Heimspeicher“, betont der BSW Solar. Auch hier spielen die sinkenden Kosten eine entscheidende Rolle Immerhin hat die Branchenvertretung einen Preisrückgang für stationäre Batteriespeicher um 40 Prozent innerhalb der letzten vier Jahre beobachtet. „Die Preise gewerblicher Batteriespeicher haben sich in diesem Zeitraum sogar halbiert“, wissen die Experten vom BSW Solar. Das geht aus einem Preisindex hervor, den die Branchenvertretung 2013 mit Unterstützung der Messe Intersolar/EES Europe aufgebaut hat.

Woche der Sonne startet am kommenden Samstag

Um die Nachfrage noch weiter zu beflügeln und den Installateuren und Planern die Möglichkeit zu geben, mit potenziellen Kunden ins Gespräch zu kommen, führt der BSW Solar auch in diesem Jahr wieder die Woche der Sonne durch. Auf vielen verschiedenen Veranstaltungen können sich die Interessenten vom 17. bis 25. Juni deutschlandweit über erneuerbare Energien informieren. „Mit Tagen der offenen Tür, Anlagenbesichtigungen, Informationsveranstaltungen, Vorführungen oder Sommerfesten werben Handwerksbetriebe, Unternehmen und regionale Initiativen für den Einsatz von Solarenergie, Holzpellets, Wärmepumpe und Speichern im eigenen Zuhause“, beschreibt der BSW Solar das Programm. Die Teilnahme an der Woche der Sonne ist kostenlos. Die in Eigenregie durchgeführten Veranstaltungen können in den zentralen Veranstaltungskalender eingetragen werden. (su) Quelle: https://www.photovoltaik.eu/gentner.dll?DID=A17FAC86A3C2D06DA16C6DC88A2E7FBEDB5FF8076F0FB69C34CA40B569981E76E6B5144AA9269467&UIT=TkxfSURFTlQ9MTEwNDcyXzIwMTdfMDZfMTRfMTFfMDZfMTImTkxfTUlEPTExMDQ3Mg&AID=770504&MID=110949&UID=427A44F144C214BECCC778A64AC0F46BEC4D7370325851

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Erneuerbare erreichen 12,6 Prozent Anteil am Primärenergieverbrauch 2016

von pm-energy

13. März 2017 | erstellt in Energieeffizienz, Energiewende, Erneuerbare Energien, Konventionelle Energieträger, Neuigkeiten, Studie

Der Energieverbrauch in Deutschland ist 2016 um 1,1 Prozent gestiegen, die CO2-Emissionen legten dagegen nur um 0,7 Prozent zu. Ein Grund ist der rückläufige Anteil von Kohle und Kernkraft an der deutschen Energieerzeugung.

Der Energieverbrauch in Deutschland legte nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AG Energiebilanzen) im vergangenen Jahr um 1,1 Prozent auf 13.383 Petajoule zu. Der Anstieg sei unter anderem durch die kältere Witterung, den Schalttag, die anhaltende positive wirtschaftliche Entwicklung und das Bevölkerungswachstum zurückzuführen, hieß es am Donnerstag. Die energiebedingten CO2-Emissionen hätten sich mit 0,7 Prozent weniger stark erhöht. Dies dürfte daran liegen, dass Verbrauchsrückgänge bei Stein- und Braunkohle zu verzeichnen gewesen sein. Zuwächse habe es hingegen bei Erdgas, Mineralöl und erneuerbaren Energien gegeben. Nach Berechnungen der AG Energiebilanzen stieg der Anteil der Erneuerbaren am Primärenergieverbrauch in Deutschland um 0,2 auf 12,6 Prozent im vergangenen Jahr. Damit lagen sie vor der Steinkohle (12,2 Prozent), Braunkohle (11,4 Prozent) und deutlich vor der Kernenergie (7,6 Prozent), die allesamt gegenüber 2015 rückläufig waren. Mit 34 Prozent konstant blieb der Statistik zufolge der Anteil von Mineralöl mit 34 Prozent. Von 20,9 auf 22,6 Prozent stieg hingegen der Anteil des Erdgases. Die AG Energiebilanzen bezeichnet den Energiemix in Deutschland als ausgewogen. Die erneuerbaren Energien hätten ihren Beitrag 2016 um 2,8 Prozent auf 1689 Petajoule bei der Energiebilanz erhöhen können. Vor allem die Wasserkraft legt mit knapp elf Prozent deutlich zu im Jahresvergleich, wie es weiter hieß. Die Biomasse habe ein Plus von 3,9 Prozent verzeichnet. Der Beitrag von Photovoltaik und Solarthermie sei hingegen um 1,2 Prozent gesunken. Windkraft an Land und auf See habe sogar 2,3 Prozent weniger beigetragen. Die inländische Energiegewinnung sei im vergangenen Jahr um 2,8 Prozent auf 3978 Petajoule gesunken, hieß es weiter. Die Erneuerbaren hätten hierbei den Beitrag weiter erhöht, gleichzeitig habe es aber Rückgänge bei der Forderung von Steinkohle und Erdgas in Deutschland gegeben. Mehr als 80 Prozent der heimischen Energiegewinnung entfielen auf Erneuerbare und Braunkohle. (Sandra Enkhardt) Quelle: PV-Magazine Newsletter, 02.03.2017 Read more: http://www.pv-magazine.de/nachrichten/details/beitrag/erneuerbare-erreichen-12-6-prozent-anteil-am-primrenergieverbrauch-2016_100026019/#ixzz4bEQvwbPG

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Strommix: Verbraucher werden in die Irre geführt

von pm-energy

22. November 2016 | erstellt in Energiewende, Erneuerbare Energien, Konventionelle Energieträger, Studie

Ökostrom ausweisen, Kohlestrom liefern. Für Kunden sehen Stromtarife oft umweltfreundlicher aus, als sie in Wirklichkeit sind. Die Versorger berufen sie sich auf gesetzliche Vorgaben. Bei den Angaben zur Stromherkunft werden Verbraucher zunehmend in die Irre geführt. Dies geht aus einer aktuellen Übersicht 35 großer deutscher Stromanbieter hervor. So weisen die untersuchten Anbieter deutlich weniger Kohle- und Atomstrom in ihrem Strommix aus, als sie tatsächlich für Ihre Kunden einkaufen. Die Versorger beschaffen bis zu 42% mehr Energie aus konventionellen Quellen, als aus den offiziellen Angaben hervorgehen. Dies ergaben Recherchen des Energie- und IT-Unternehmens LichtBlick. „Das Wirtschaftsministerium nimmt diese Verbrauchertäuschung bisher billigend in Kauf. Wir brauchen eine rasche Reform der Kennzeichnung, damit der Etikettenschwindel ein Ende findet“, fordert Gero Lücking, Geschäftsführer Energiewirtschaft von LichtBlick. „Auch für Stromprodukte muss gelten: Es darf nur das draufstehen, was auch drin ist. Nur so können Verbraucher Tarife und Anbieter klar unterscheiden.“ Aus der Übersicht der Anbieter-Stromkennzeichnungen geht hervor, dass der ENBW-Konzern über 42% mehr Strom aus Atom, Kohle und andere fossilen Quellen für seine Kunden einkauft, als im Unternehmens-Strommix angegeben. Auch bei E.ON (plus 38%), Innogy (plus 38%), Vattenfall (plus 37%), EWE (plus 31%) fällt der Anteil konventioneller Energie höher aus, als für die Verbraucher ersichtlich.  Ebenso bei den Stadtwerken – zum Beispiel Düsseldorf (plus 40%), Flensburg (plus 39%), Erfurt (38%), DREWAG (plus 35%), Leipzig (plus 35%), Mainova (plus 29%) und München (plus 29%). Zwei der 35 untersuchten Anbieter sind ihrer gesetzlichen Pflicht, ab dem 1. November 2016 ihre Stromkennzeichnung für 2015 vorzulegen, bisher nicht nachgekommen.

Kostenloses Greenwashing

Die Anbieter können sich bei der irreführenden Stromkennzeichnung auf die gesetzlichen Vorgaben berufen. Der Gesetzgeber verpflichtet Versorger, einen EEG-Stromanteil von bis zu 46% auszuweisen - obwohl die Unternehmen den subventionierten EEG-Strom nicht für ihre Kunden beschaffen. Die Folge: Der Anteil Atom- und Kohlestrom wird in der Kennzeichnung zu niedrig angegeben. Für den Kunden sehen viele Stromtarife umweltfreundlicher aus, als sie tatsächlich sind. In einem kürzlich veröffentlichten Gutachten des Hamburg Instituts heißt es dazu: „Die tatsächliche Beschaffungspolitik eines Stromanbieters wird von der Stromkennzeichnung immer weniger abgebildet.“ „Selbst wenn ein Anbieter 100% Kohle- und Atomenergie einkauft, muss oder besser darf er einen grünen EEG-Stromanteil von 46% ausweisen. Die Kennzeichnung ist absurd. Kein Verbraucher versteht diese Regelung. Energieanbieter, die nichts für die Energiewende tun, profitieren von diesem kostenlosen Greenwashing“, mahnt Lücking. Die Gutachter haben deshalb einen Reformvorschlag entwickelt. Im Kern sollen künftig bei der Kennzeichnung nur noch die Energiemengen ausgewiesen werden, die ein Anbieter tatsächlich für seine Kunden produziert oder einkauft. Da Verbraucher mit der Zahlung der EEG-Umlage den Ausbau von Windrädern und Solaranlagen finanzieren, sollen sie künftig auch in verständlicher Weise auf ihren Energiewende-Beitrag hingewiesen werden. „Die EEG-Umlage hat jedoch keinen Einfluss auf den Stromeinkauf der Versorger. Deshalb darf der EEG-Strom künftig nicht mehr in der Stromkennzeichnung der Energieanbieter auftauchen“, betont Lücking. Quelle: https://www.haustec.de/management/strommix-verbraucher-werden-die-irre-gefuehrt

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Studie: Ziele von Paris ohne Kohleausstieg der G20 unerreichbar

von pm-energy

1. September 2016 | erstellt in Energiewende, Erneuerbare Energien, Konventionelle Energieträger, Photovoltaik, Politik, Studie

Vor dem G20-Gipfel in China bescheinigen Experten den Industriestaaten dringenden Handlungsbedarf: Der Klimaschutz müsse gestärkt und die Kohleverstromung gestoppt werden – ansonsten sei es „praktisch unmöglich“, die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen. Wenige Tage, bevor sich im chinesischen Hangzhou die Staats- und Regierungschefs der großen Industrienationen treffen, legte das Konsortium „Climate Transparency“ in Peking den Bericht „G20 – Brown to Green“ vor. Zentrales Ergebnis: „Die Treibhausgasemissionen sinken noch nicht“. Laut Niklas Höhne vom „NewClimate Institute“, das an der Studie beteiligt war, haben die G20 zwar grüne Investitionen als wichtiges Thema erkannt. Für den Einstieg in eine treibhausgasneutrale Welt, wie sie das Pariser Klimaabkommen anstrebt, reiche das allerdings noch nicht aus. Auch Großbritannien verbietet Mikroplastik in Kosmetika Solarkraftwerk in der Wüste: Ausgerechnet China wird von den Klimaschutzexperten gelobt. Foto: Ian Teh/Greenpeace Magazin Die G20-Staaten sind für drei Viertel der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich: Von 1990 bis 2013 wurde ein Anstieg allein von energiebedingter Emissionen um 56 Prozent verzeichnet. Zwar gebe es vermehrt Anzeichen, dass der Anstieg der energiebedingten CO2-Emission zum Stillstand gekommen sei. Doch der Umbau von der fossilen zur grünen Wirtschaft entfalte sich viel zu langsam, sagte Jan Burck von „Germanwatch“, einer der Autoren der Studie. Besonders große Sorge bereitet Klimaschützern, dass in den G20-Staaten noch immer der Bau zahlreicher neuer Kohlekraftwerke angestrebt werde. Würden alle Planungen tatsächlich umgesetzt, liefe das nahezu auf eine Verdoppelung des Kohleverbrauchs hinaus. Nach Einschätzung der Experten wäre es dann „praktisch unmöglich“, die weltweite Erwärmung auf zwei Grad zu begrenzen. „Die G20-Staaten müssen sich von ihrer Kohle-Abhängigkeit lösen“, sagt Niklas Höhne und betont die positiven Folgen einer schnellen Energiewende: Der Umbau zu einer grünen Wirtschaft sei nicht nur schlicht notwendig, um den Klimawandel in einem zu bewältigenden Rahmen zu halten, er setze auch neue wirtschaftliche Impulse frei und ermögliche eine Versorgung mit erschwinglicher Energie für die Ärmsten weltweit. Ein bedeutend größerer Spielraum zur Erhöhung der Klimaziele wäre die Folge; das Temperaturziel des Pariser Abkommens wäre erreichbar. Doch auch die jährlichen Investitionen in den regenerativen Sektor – die in den G20-Staaten seit 2008 immerhin zu einem jährlichen Wachstum der Primärenergie aus erneuerbaren Energien um 18 Prozent beigetragen haben – müssten sich bis 2035 verdoppeln. Es sei höchste Zeit, dass die G20 die Subventionen in fossile Energien endlich abschaffen, wie es seit 2009 wiederholt angekündigt wurde. Auch Deutschland müsse seinen Entwurf eines Klimaschutzplans für 2050 deutlich nachbessern, so „Climate Transparency“. Nur so könne das Land, langjähriger Vorreiter beim Ausbau erneuerbarer Energien und Vorbild bei der internationalen Klimafinanzierung, den Klimaschutz beim G20-Gipfel 2017 in Hamburg glaubwürdig voranzutreiben. Denn auch die Deutschen schrecken vor dem Kohleausstieg zurück. Unverhofft gut schneidet das Gastgeberland des aktuell bevorstehenden Gipfels ab: „Unsere Studie zeigt, dass China mehr tut als viele andere Staaten. China kann beim bevorstehenden Gipfel eine Führungsrolle in der Klimapolitik übernehmen und helfen, die Welt vor einem gefährlichen Klimawandel zu bewahren“, ist der Co-Vorsitzende von „Climate Transparency“ Peter Eigen überzeugt. Bei der Investitionsattraktivität in Erneuerbare Energien rangiert China neben Indien, Frankreich, Deutschland, den USA und dem Vereinigten Königreich an der Spitze der G20. Schlusslichter bilden Russland, Saudi-Arabien und die Türkei, was weniger überraschend sein dürfte. Maria-Elisa Schrade Quelle: https://greenpeace-magazin.de/nachrichtenarchiv/studie-ziele-von-paris-ohne-kohleausstieg-der-g20-unerreichbar?xing_share=news

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Neue Studie: Versteckte Mehrkosten für Kohle und Atom fast doppelt so hoch wie EEG-Umlage

von pm-energy

24. Januar 2015 | erstellt in Konventionelle Energieträger, Studie

Konventionelle Energieträger wie Kohle und Atom werden 2015 eine finanzielle Mehrbelastung von voraussichtlich 11 Cent pro Kilowattstunde verursachen, wenn die versteckten Kosten auf den Strompreis umgelegt würden.  

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