Neuigkeiten mit dem Thema:: Politik

BEE: Kesseltausch bringt viel weniger als angenommen

von pm-energy

13. April 2018 | erstellt in Energieeffizienz, Energiewende, Erneuerbare Energien, Konventionelle Energieträger, Politik, Studie

Der Ersatz eines alten Heizkessels durch einen modernen Brennwertkessel spart deutlich weniger Energie und CO2 als vielfach angenommen, so das zentrale Ergebnis eines BEE-Gutachtens.

„Es ist keine wirksame Klimaschutzmaßnahme, lediglich einen älteren fossil befeuerten Kessel durch einen neueren auszutauschen“, sagt Carsten Pfeiffer, Leiter Strategie und Politik beim BEE. In der öffentlichen Diskussion werden häufig Einsparungen von bis zu 30% Energie und CO2 suggeriert, wenn alte Heizkessel durch neue mit Brennwerttechnik ersetzt werden.
Diese Behauptungen werden sowohl durch das vom Beratungsunternehmen Econsult erstellte Gutachten als auch durch Realbetrieb-Untersuchungen widerlegt. Dem Gutachten zu Folge variiert die Minderung stark in Abhängigkeit des zu ersetzenden Kessels; sie bewegt sich je nach Effizienz des alten Kessels zwischen zwei und 15%. Umgerechnet heißt das: Der neue Kessel stößt die gleiche Menge CO2 innerhalb von sieben Tagen aus, für die alte Kessel sechs Tage gebraucht haben. „Für das Klima macht dies am Ende keinen wirklichen Unterschied.“

Bleibt nur der Umstieg auf CO2-neutrale Heiztechnologie

Nach Einschätzung des BEE sorgt das Festhalten an fossil befeuerten Kesseln für ein hohes Lock-In-Risiko und stünde damit der Erreichung der mittel- und langfristigen Klimaschutzziele im Wege. Es sei höchste Zeit, auf CO2-freie und CO2-neutrale Heiztechnologien wie Solarthermie, Erdwärme, Holz, Biogas und weitere Grüne Gase umzusteigen. So würde zum Beispiel ein Kombisystem mit Holzpellets und Solarthermie oder Wärmepumpe und Solarthermie eine umfassende Dekarbonisierung ermöglichen. Dabei handelt es sich um bewährte Systeme, die mit moderner Technik maßgeblich zum Klimaschutz beitragen. Der Gebäudesektor trägt bislang zu wenig zur Dekarbonisierung bei. Der BEE ist der Ansicht, dass die nun vorliegenden wissenschaftlichen Ergebnisse große Relevanz haben für die Förderstrategie der Bundesregierung. „Die Arbeit der vorgesehenen Kommission im Gebäudesektor sollte ebenso wie die Umsetzung des Klimaschutzplans in ein Klimaschutzgesetz auf der Basis fundierter wissenschaftlicher Daten anstelle von Werbeversprechen basieren“, so Pfeiffer. Der BEE hatte in der Vergangenheit bereits wiederholt darauf hingewiesen, dass die Förderung rein fossil betriebener Heizungen und Klimaschutz nicht zusammenpassen. Das Gutachten zum Download:

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Berlin wehrt sich gegen Erleichterungen für Eigenverbraucher

von pm-energy

29. März 2018 | erstellt in Energiewende, Erneuerbare Energien, Kosten senken, Neuigkeiten, Photovoltaik, Politik, Solarenergie

Die Bundesregierung will mittelständische Eigenverbraucher weiterhin mit der Sonnensteuer belegen, während sie der Großindustrie üppige Nachlässe bei der Zahlung der EEG-Umlage gewährt.
28.03.2018 11:24 -Die Bundesregierung blockiert in Brüssel Verhandlungen über eine Vereinfachung der Regelungen für den Eigenverbrauch von Solarstrom. Berlin hat Angst, dass dann die Sonnensteuer wegfallen muss.
Die Bundesregierung lehnt Erleichterungen für den Eigenverbrauch von Solarstrom ab. Das geht aus einer Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums auf eine entsprechende Anfrage der Abgeordneten von B90/Grüne, Julia Verlinden, hervor. Damit blockiert auch die neue Bundesregierung nicht nur die Energiewende in Deutschland, sondern auch in Europa. Denn das Europäische Parlament hatte den Vorschlag gemacht, in der gesamten EU den Eigenverbrauch von Solarstrom zu vereinfachen. Ohne diskriminierende oder unverhältnismäßige Verfahren und Gebühren soll jeder seinen selbst produzierten Strom verbrauchen dürfen. Die Parlamentarier in Straßbourg gehen sogar noch weiter. Jeder solle seinen überschüssigen Strom sogar ohne bürokratische Hürden und Sonderkosten an Dritte über einen Stromliefervertrag verkaufen dürfen.

Regierung sieht EEG-Umlage bedroht

Berlin lehnt ein solches Ansinnen rigoros ab. „Die Bundesregierung spricht sich gegen das Verbot von Steuern, Umlagen und Abgaben aus, die nicht kostenorientiert (‚cost-reflective‘) sind“, schreibt Staatssekretär Rainer Baake im Auftrag des Bundeswirtschaftsministers. „Unter dieses Verbot könnte insbesondere die EEG-Umlage fallen. Es ist aus Sicht der Bundesregierung für die Finanzierung der Energiewende wichtig, dass jeder einen angemessenen Beitrag zur Finanzierung des Gesamtsystems leistet.“ Für Verlinden ist das ein ganz klares Indiz, dass die Bundesregierung der Bürgerenergie weiter Steine in den Weg rollen will. „Das ist ein Schlag ins Gesicht für die vielen engagierten Bürger, ohne die die Energiewende im Stromsektor niemals so erfolgreich gewesen wäre“, kritisiert sie die Blockadehaltung der Bundesregierung bei den Verhandlungen in Brüssel. (su) Quelle: https://www.photovoltaik.eu/gentner.dll/PL_110949_813525

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Wie die IEA der realen Photovoltaik-Entwicklung trotzt

von pm-energy

2. Dezember 2017 | erstellt in Energiewende, Erneuerbare Energien, Konventionelle Energieträger, Photovoltaik, Politik

Seit einiger Zeit macht eine Grafik die Runde. Ein niederländischer Wissenschaftler zeigt dabei auf, wie weit die reale Photovoltaik-Entwicklung weltweit und die Prognosen der Internationalen Energieagentur auseinanderklaffen. Das Thema ist nicht neu, aber alle Jahre wieder spannend. Auch die Grafik ist nicht mehr taufrisch, aber wir haben bislang nicht darüber berichtet und sie ist immer noch aktuell. Der holländische Wissenschaftler von der Universität für Technology in Eindhoven, Auke Hoekstra, hat sich die Mühe gemacht und die Vorhersagen des World Energy Outlooks (WEO) der Internationalen Energieagentur (IEA) mit den realen Entwicklungen der Photovoltaik weltweit abgeglichen. Immer wieder wird auf die falschen Annahmen der IEA verwiesen, hinter denen auch politisches Kalkül zu stecken scheint, eben um die Photovoltaik künstlich klein zu halten. Die Grafik zeigt eindrucksvoll, wie weit die IEA den realen Entwicklungen beim Photovoltaik-Zubau hinterherhinkt. Selbst die zuletzt enthaltenen deutlichen Erhöhungen der jährlich neu installierten Photovoltaik-Leistung liegen weit unter dem, was in der Realität passiert. Auch interessant zu sehen ist, dass die IEA für die Prognose der Entwicklung in den Folgejahrzehnten ebenfalls konsequent an dem Seitwärtstrend festhält. So glaubt sie noch nicht einmal daran, dass 2040 der weltweite Photovoltaik-Zubau die 100 Gigawatt erreichen wird – sondern sie schätzt ihn dann immer noch auf weniger als 80 Gigawatt. In der Realität wird die Marke von 100 Gigawatt global neu installierter Photovoltaik-Leistung bereits in diesem Jahr wohl geknackt. Und das wird bestimmt nicht das Ende der Photovoltaik-Entwicklung sein. Fazit zu dieser Grafik: Der Photovoltaik-Zubau hat sich in den vergangenen Jahren jeweils exponentiell gesteigert. Bei der IEA schreibt man stur den eigenen Ist-Zustand fort und auch für die Zukunftsprognosen schließt sie die Augen vor der realen Entwicklung, die sie seit Jahren beobachten könnte, wenn sie nur wollte. Schön wiederum, dass die Photovoltaik nicht lesen kann und ihr alle Prognosen solcher Experten egal sind. Quelle: https://www.pv-magazine.de/2017/12/01/wie-die-iea-der-realen-photovoltaik-entwicklung-trotzt/

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Versorgungsbetriebe Bordesholm bauen Batteriespeicher

von pm-energy

12. September 2017 | erstellt in Energiewende, Erneuerbare Energien, Neuigkeiten, Politik, Studie

Kommunaler Großspeicher: Versorgungsbetriebe Bordesholm bauen Batteriespeicher

12.09.2017 von Hagen Lang Die Versorgungsbetriebe Bordesholm bauen – mit Unterstützung des Landes Schleswig-Holstein einen Batteriespeicher mit 12 MWh, von denen 8 MWh als Regelenergie vermarktet werden sollen, um. Mit der Übergabe des Förderbescheides in Höhe von 1,68 Millionen Euro durch Energieminister Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen) Ende August an den Geschäftsführer der Versorgungsbetriebe Bordesholm (VBB), Frank Günther war das Projekt auf dem Weg, das den Versorgungsbetrieben Bordesholm den Einstieg in die Regelenergievermarktung ebnen soll. Einen finanziellen Beitrag in der Größenordnung der Landesmittel investieren die Versorgungsbetriebe selbst in den Batteriespeicher. Dieser soll auch der Grundlagenforschung dienen. »Dieses Pilotprojekt ist nicht nur ein Vorbild für andere Kommunen,  sondern auch eine wichtige Forschungsplattform für die  wissenschaftliche Arbeit an weiteren Lösungen auf der Basis  erneuerbarer Energien«, so der Landesminister. Die VBB planen den Bau eines Batteriespeichers mit einer Leistung von 8 Megawatt (MW) und einer Speicherkapazität von 12 Megawattstunden (MWh). Davon sollen 4,5 MW und 8 MWh als Regelenergie wirtschaftlich vermarktet werden, um Schwankungen in den Stromnetzen auszugleichen, die durch die vermehrte Einspeisung erneuerbarer Energien entstehen. »Diesen Teil des Speichers finanzieren wir komplett selbst und rechnen dadurch ab 2018 mit einer Umsatzsteigerung von knapp zehn Prozent auf etwa 17 Millionen. Euro«, sagte VBB-Geschäftsführer Günther. Die hundertprozentige Tochter der Gemeinde Bordesholm rechnet durch dieses Entwicklungsprojekt bis zum Jahr 2023 mit der Schaffung von drei neuen Arbeitsplätzen. Die Projektergebnisse stehen nach Abschluss des Förderprojektes Forschungseinrichtungen als Datenquelle für weitere Untersuchungen zur Verfügung. Quelle: http://www.smarterworld.de/smart-power/batterien/artikel/145509/?cid=NL

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Energiespeicher schaffen mehr Flexibilität im Stromnetz

von pm-energy

6. September 2017 | erstellt in Energiewende, Erneuerbare Energien, Konventionelle Energieträger, Politik, Studie

Der Stromüberschuss in Deutschland steigt jedes Jahr in neue Höhe. Braunkohle- und Atomkraftwerke reagieren zu unflexibel auf die Einspeisung von erneuerbaren Energien. Speichersysteme sind nach Ansicht des BVES die bessere Alternative.

 Die deutschen Stromexporte sind in den vergangenen Jahren immer weiter angewachsen. Nach einer Studie des Beratungsunternehmens Energy Research Architecture (ERA) im Auftrag der Grünen, sind vor allem die inflexiblen Braunkohle- und Atomkraftwerke dafür verantwortlich. Ihre starre Fahrweise stehe im Konflikt zur volatilen Einspeisung der erneuerbaren Energien. Damit behinderten sie eine Balance von Angebot und Nachfrage im Strommarkt und verlangsamten den Ausbau von erneuerbaren Energien künstlich.
„Zwischen Überschuss und Mangel wird sichtbar, dass Flexibilität das Element der Stunde ist“, erklärt Thomas Speidel, Präsident des Bundesverbands Energiespeicher (BVES), zu den Ergebnissen der Studie. Daher sei die Verankerung von Energiespeichern als vierte Säule des Energiesystems – neben Erzeugung, Verbrauch und Transport – als Lösung des Problems unverzichtbar. Speichertechnologien seien geeignet, um eine Balance zwischen Erzeugung und Verbrauch im Energiesektor herzustellen. „Um ein stabiles Hybridsystem umsetzen zu können, ist es dringend erforderlich, dass Energiespeicher die Rolle zugewiesen bekommen, die sie physikalisch besitzen und regulatorisch endlich auch haben müssen“, so Speidel weiter. Energiespeicher seien weder Erzeuger noch Letzverbraucher, sondern „zeitliche Verzögerungsglieder“. Diese seien für die Flexibilität aber entscheidend. Quelle: PV Magazine https://www.pv-magazine.de/2017/09/05/energiespeicher-schaffen-mehr-flexibilitaet-im-stromnetz/

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„EnEV und EEG abschaffen“: Was die Parteien nach der Bundestagswahl planen

von pm-energy

1. September 2017 | erstellt in Energiewende, Erneuerbare Energien, Konventionelle Energieträger, Politik, Wärmeenergie, Wirtschaft

Der Bundestagswahlkampf ist in der heißen Phase. Doch was planen die großen Parteien im Energie- und Wärmebereich? Wir präsentieren Ihnen die wichtigsten Thesen aus den Wahlprogrammen. Im aktuellen Bundestagswahlkampf stehen vor allem die Themen Beschäftigung, Familien, Bildung, Renten, innere Sicherheit und Zuwanderung im Mittelpunkt. Doch wie welche Pläne und Positionen verfolgen die Parteien zur Energie- und Wärmeversorgungspolitik? Wir haben die Programme der sechs Parteien analysiert, die die größten Chancen haben, in den Deutschen Bundestag einzuziehen. Bei den folgenden Textpassagen handelt es sich überwiegend um wörtliche Zitate aus den Wahlprogrammen.

CDU/CSU Im nur 76-seitigen Wahlprogramm der CDU / CDU werden unter den Überschriften „Energiewende soll zum Erfolg führen“ und „Klimaschutz ist Zukunftsschutz“ u. a. folgende Kernthesen formuliert: Die Energiewende muss marktwirtschaftlich organisiert werden. Dabei sind wir seit 2013 einen großen Schritt vorangekommen. Wir halten an unseren bestehenden Energie- und Klimazielen fest und setzen sie Schritt für Schritt um. Dies gilt auch für den 2016 beschlossenen Klimaschutzplan. Wir lehnen dirigistische staatliche Eingriffe in diesem Bereich ab und setzen stattdessen auf marktwirtschaftliche Instrumente. Damit das Klima Zukunft hat. Deutschland braucht eine langfristig sichere, bezahlbare und saubere Energieversorgung. Der Ausstieg aus der Kernenergienutzung zur Energieerzeugung wird wie vorgesehen bis 2023 abgeschlossen sein. Der Umbau der Energieversorgung auf erneuerbare Energien ist in dieser Legislaturperiode erheblich vorangekommen. Wir haben einen verbindlichen Ausbaupfad geschaffen, der allen Beteiligten Planungssicherheit gibt. Durch die marktwirtschaftliche Umgestaltung des Fördersystems sind die Ausbaukosten für Wind auf hoher See, Wind an Land und für Photovoltaik-Anlagen drastisch gesunken. Die EEG-Umlage haben wir stabilisiert, energieintensive Unternehmen entlastet, den Strommarkt neu geordnet und die Voraussetzungen für den Ausbau der großen Übertragungsnetze bis 2023 geschaffen. Strom muss langfristig bezahlbar bleiben für alle Unternehmen und Betriebe sowie privaten Verbraucher. Dafür setzen wir die marktwirtschaftliche Heranführung und Systemintegration der erneuerbaren Stromerzeugung Deutschland muss eine einheitliche Strompreiszone bleiben. Der beschleunigte Netzausbau und die Beseitigung von Engpässen haben für uns oberste Priorität. Dadurch reduzieren wir in erheblichem Umfang Kosten. Es dürfen keine Nachteile für Grundstückseigentümer, Investitionen und Arbeitsplätze entstehen. Moderne Stromspeichertechnologien sind für den Erfolg der Energiewende von großer Bedeutung. Unsere Anstrengungen bei der Forschung und bei der Förderung setzen wir fort. Deutschland soll wieder Standort für eine Batteriezellproduktion werden. Neben dem weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien wollen wir die Sektorenkopplung weiterentwickeln: Die Steuerung von Produktion und Nachfrage sowie die Verknüpfung der Stromerzeugung mit Bereichen wie Verkehr, Gebäude und Wärme gewinnen zunehmend an Bedeutung. Dadurch lassen sich Kosten wirksam begrenzen und die Versorgungssicherheit weiter erhöhen. SPD Auch bei der SPD beschränken sich die Ausführungen zum Themenbereich Energie, Energiewende, Wärmeversorgung auf nur wenige Passagen im 116-seitigen Wahlprogramm. Dazu gehören insbesondere folgende Kernthesen unterhalb von zwei Themenblöcken. Energiewende vollenden: Energie muss umweltfreundlich und bezahlbar sein. Gleichzeitig muss die verlässliche Versorgung gesichert bleiben. Das sind für uns drei gleichrangige Ziele der Energiewende. Es ist eine Frage der Gerechtigkeit, dass wir erneuerbare Energien weiter ausbauen. Erneuerbare Energien aus Windkraft (Off- und Onshore) und Sonnenenergie sind langfristig die kostengünstigste Form der Energieerzeugung. Sie machen uns unabhängig von Öl, Erdgas und Uran aus Konfliktregionen. Sie tragen zur lokalen Wertschöpfung bei und zu einem fairen Energiemarkt. Damit die Energiewende erfolgreich fortgeführt werden kann, müssen die verschiedenen Energiesektoren stärker verbunden werden. Bisher findet die Energiewende hauptsächlich im Stromsektor statt. Durch Sektorenkopplung soll die Energiewende noch stärker in den Wärme- und Verkehrssektor getragen werden. Speicher und andere Technologien für die Sektorenkopplung sowie die Flexibilisierung und die Digitalisierung der Energiewende wollen wir gezielt durch technologieoffene gesetzliche Rahmenbedingungen sowie durch Forschungs- und Entwicklungsprogramme voranbringen. Der zügige Netzausbau auf Verteil- und Übertragungsnetzebene ist für das Gelingen der Energiewende von entscheidender Bedeutung. Bestehende Stromleitungen sollen mit Hilfe neuer Technologien besser ausgelastet werden. Maßnahmen zur Energieeffizienz ausbauen: Wir werden Deutschland zur energieeffizientesten Volkswirtschaft der Welt machen. Wir wollen insbesondere den öffentlichen Gebäudebestand und den öffentlichen Nahverkehr zu Vorbildern des nachhaltigen und energieeffizienten Verbrauchs entwickeln. Energieeffizienzstandards von Produkten und Dienstleistungen werden wir weiter verbessern. Spätestens 2050 müssen wir Energie weitestgehend treibhausgasneutral erzeugen. Wir stellen dabei sicher, dass Deutschlands Industrie international wettbewerbsfähig bleibt. Den europäischen Emissionshandel werden wir so weiterentwickeln, dass er seine Funktion als zentrales Klimaschutzinstrument erfüllen kann… Die vollständige Energiewende gelingt nur, wenn auf dem Weg dorthin konventionelle Energieträger den Ausbau der erneuerbaren Energien ergänzen. Erdgas, erneuerbares Gas aus Power-To-Gas-Anlagen und die bestehende Gasnetzinfrastruktur werden im Energiemix für eine flexible, sichere und CO2-arme Energieerzeugung immer bedeutender. Moderne Anlagen der Kraft-Wärme-Kopplung werden eine wichtige Rolle im Energiesystem übernehmen. Wir werden sie deshalb entsprechend fördern. Wir wollen, dass alle Menschen an der Rendite der Energiewende teilhaben. Deswegen sind Mieterstrommodelle für uns so wichtig. Mieterinnen und Mieter sollen von der Einspeisung regenerativer Energien und einer eigenen Stromerzeugung finanziell profitieren. Wir werden Hausbesitzern weiterhin dabei unterstützen, ihre Gebäude auf wirtschaftliche Weise energetisch zu sanieren und mit erneuerbaren Energien zu versorgen. Wir werden gleichzeitig darauf achten, dass Wohnen für Mieterinnen und Mieter bezahlbar bleibt. Sinkende Börsenstrompreise und Einkaufspreise der Gasversorger müssen bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern ankommen. Wir wollen alternative Finanzierungsmodelle der Energiewende prüfen. Wir werden Bürger-Energiegenossenschaften fördern. Die Grünen Die ehrgeizigsten Ziele mit vergleichsweise kurzen Fristen vertreten Die Grünen in ihrem 248 Seiten dicken Bundestagswahlprogramm. Zu den Kernthesen gehören: Bis zum Jahr 2030 wollen wir unseren Strombedarf vollständig aus erneuerbaren Energien decken, wozu auch der „Kohleausstiegsfahrplan“ verwendet wird. Dazu werden wir die Obergrenzen für den Ausbau erneuerbarer Energien abschaffen und das Strommarktdesign sowie das komplizierte Abgabensystem auf Energie zugunsten der erneuerbaren Energien und der Speichernutzung novellieren. Bis zum Jahr 2050 soll die Energieversorgung auch für Gebäude, Mobilität und Prozesswärme in der Industrie ausschließlich aus erneuerbaren Energien erfolgen. Darum steigen wir zügig in die Verbindung der Sektoren Strom, Wärme und Mobilität ein und nutzen sinnvolle Möglichkeiten der Elektrifizierung. Die Energiewende im Wärmebereich muss vorankommen. Bei den Gebäuden müssen wir Energie einsparen und die erneuerbaren Energien ausbauen. Der Umstieg auf klimaschonende Wärme gelingt nur, wenn Wohnen und Heizen bezahlbar bleiben. Die beste Kilowattstunde ist die, die nicht verbraucht wird. Wir wollen eine Effizienzrevolution einleiten. Darum legen wir ein Energiespargesetz vor, das ambitionierte, aber realistische Vorgaben macht. Insbesondere in der Industrie gibt es noch viele Einsparpotenziale. Mit konkreten Fördermaßnahmen zum Energiesparen sowie mit unserem Programm „Faire Wärme“ greifen wir dabei auch den Privathaushalten unter die Arme. Mit mindestens zwei Milliarden Euro jährlich soll die Nutzung erneuerbarer Wärme im Gebäudebestand vorangebracht und die energetische Modernisierung von Häusern und ganzen Stadtvierteln gefördert werden. Auch die Nahwärmenetze und Abwärmenutzung sollen ausgebaut werden. Die von der EU geforderten Vorgaben für energieeffiziente Gebäude wollen wir so ausgestalten, dass neue Gebäude nur noch sehr wenig Energie verbrauchen und hauptsächlich erneuerbar beheizt werden. Stromsparchecks und Energieberatung sollen Standard werden. Wir minimieren die Umlage von Modernisierungskosten und führen ein neues Klimawohngeld ein. Wir unterstützen Städte und Gemeinden bei der nachhaltigen Wärmeversorgung mit 400 Millionen Euro für 10.000 Wärmespeicher. Mit „Mieterstrom“ vom Dach profitieren auch Mieter von der Energiewende. Nachhaltigkeit bei Energie, Baustoffen und Kosten muss durch die Betrachtung des Lebenszyklus unserer Häuser künftig Standard sein und schafft Arbeitsplätze bei Handwerkern vor Ort. Wir beenden die Ära des fossilen Verbrennungsmotors mit klaren ökologischen Leitplanken. Wir wollen ab 2030 nur noch abgasfreie Autos neu zulassen und schaffen dafür entsprechend die steuerlichen, fiskalischen und infrastrukturellen Voraussetzungen für die emissionsfreie Mobilität der Zukunft. FDP Die FDP rechnet in ihrem 158-seitigen Wahlprogramm radikal mit der Vorgehensweise der Bundesregierung ab. Zu den Kernthesen der Liberalen gehören: Eine Politik, die rechnen kann, bringt das Wünschenswerte mit dem Machbaren in Einklang. Die Energiewende ist das genaue Gegenbeispiel dazu: Das Wünschenswerte wird ohne Rücksicht auf das Machbare verfolgt, ohne dass es dabei erreicht würde. Wagen wir also einen Neustart bei der Energiewende. Wir wollen die Energiewende zu einem gesamteuropäischen Projekt machen, in dessen Zentrum die Ziele Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit und Umweltschutz stehen. Für den Wettbewerb neuer Technologien Wir wollen, dass Energiepolitik nicht zur Verbotspolitik wird. Heute werden den Menschen die Ziele der Energiepolitik mit immer neuen Vorschriften, Subventionen und Zwangsabgaben aufgezwungen. Wir wollen marktwirtschaftliche Anreize und keine Verzichts- und Verbotsideologie mit staatlicher Gängelung. Niemand kann heute sagen, wie die Energieversorgung in 50 Jahren aussehen wird. Daher lehnen wir langfristige Pläne, mit denen für jeden Wirtschaftssektor spezifische Emissionsziele mittels restriktiver Vorgaben umgesetzt werden sollen, grundsätzlich ab. Wir setzen uns für einen vielfältigen Energiemix ein und stehen neuen Technologien dabei offen gegenüber, auch wenn auf fossile Energieträger auf absehbare Zeit nicht verzichtet werden kann. Das Tempo beim Zubau der erneuerbaren Energien muss mit dem Ausbaustand der Übertragungsnetze, der Power-to-X-Technologie und Verteilnetze in einem zusammenwachsenden europäischen Energiebinnenmarkt sowie der Entwicklung von Speicher- und Steuerungstechniken zusammenpassen. Deshalb wollen wir das Dauersubventionssystem des EEG mit Einspeisevorrang und -vergütung beenden. Anlagen mit Förderzusage genießen Bestandsschutz. Heute macht die Stromsteuer einen erheblichen Anteil des Strompreises aus. Wir wollen die Stromverbraucher entlasten und deshalb die Stromsteuer auf das europäische Mindestniveau absenken. Die Stromsteuer sollte das Klima schützen und die Rente finanzieren. Beides hat sich als Illusion erwiesen… Wir wollen die Potenziale der energietechnischen und energiewirtschaftlichen Verknüpfung von Strom, Wärme, Mobilität und Rohstoffen sowie deren Infrastrukturen („Sektorkopplung“) bei der Reduzierung von Treibhausgasemissionen marktwirtschaftlich nutzen. Wir lehnen eine planwirtschaftliche Umsetzung durch die Bundesregierung ab. Denn wir sehen in staatlicher Investitionslenkung, wie z. B. der zwangsweisen Einführung von Elektroautos durch ein Verbot von Verbrennungsmotoren, keine geeignete Klimaschutzstrategie. Auch die Digitalisierung im Energiemarkt muss mit marktwirtschaftlichen Prinzipien statt staatlichem Zwang vorangetrieben werden. Intelligente Stromzähler sind derzeit Voraussetzung für lastabhängige Stromtarife. Sie helfen, Angebot und Nachfrage besser zu steuern, und ermöglichen zugleich Kosteneinsparungen bei den Kunden. Bei der Einführung intelligenter Stromzähler sind hohe Datenschutzstandards strikt zu beachten. Nationale Alleingänge wie den Klimaschutzplan 2050 lehnen wir ab. Er schreibt für einzelne Sektoren in Deutschland konkrete Einsparziele vor, ohne einen wesentlichen Klimaeffekt zu haben. Damit verteuert er das Leben der Menschen und gefährdet Arbeitsplätze. Mit solcher planwirtschaftlichen Bevormundung nehmen wir uns die notwendige Offenheit für den technischen Fortschritt. Zudem sind gemeinsame europäische Klimaziele festgelegt. Das heißt, dass jede Tonne in Deutschland zusätzlich gespartes CO2 in anderen europäischen Ländern zusätzlich ausgestoßen werden kann. Alleingänge Deutschlands in der Klimapolitik sind also ökologisch wirkungslos. Daher müssen die Klimaziele Deutschlands wieder an die gemeinsamen europäischen Ziele angeglichen werden. Die Linke Im 144-seitigen Wahlprogramm der Linken finden sich viele, z. T. relativ detaillierte Ausführungen rund die Themenbereiche Energie-, Wärme- und Strom-Versorgung. Zu den Kernthesen gehören: Strom- und Wärmenetze müssen in die öffentliche Hand überführt und demokratisch kontrolliert werden. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in seinen zentralen Säulen – vorrangige Einspeisung von Ökostrom, garantierte kostenorientierte Vergütungssätze – ist von der Bundesregierung durch ein System vom Marktprämien und Ausschreibungen zu großen Teilen zerstört worden. Wir wollen eine strukturelle Reform des EEG mit sozialen Komponenten Wir wollen den Ökostromanteil auf 43 Prozent bis zum Jahr 2020, 70 Prozent bis 2030 und auf 100 Prozent bis 2040 erhöhen. Nationales Kohleausstiegsgesetz mit folgenden Eckpunkten: Der schrittweise Kohleausstieg beginnt 2018. Spätestens 2035 muss der letzte Kohlemeiler vom Netz gehen. Um die Energiewende voranzubringen, wollen wir die gesetzlichen Rahmenbedingungen für Hauseigentümer, Mietervereinigungen, Betriebe und Kommunen verbessern, die ihre Energieversorgung in die eigene Hand nehmen wollen. Den Einsatz von Blockheizkraftwerken (BHKW) und anderen Formen der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) als hocheffiziente Brückentechnologie wollen wir besser fördern, um ihren Anteil bis 2020 auf 25 Prozent an der Bruttostromerzeugung zu erhöhen. Für den durchschnittlichen Verbrauch von elektrischem Strom, Wasser und Heizenergie werden preisgünstige Sockeltarife geschaffen. Diese decken einen Teil des durchschnittlichen Verbrauchs ab. Was über den durchschnittlichen Verbrauch hinausgeht, wird teurer. Darin sehen wir ein Instrument, mit elektrischem Strom, Heizenergie und Wasser sparsamer umzugehen. Gleichzeitig werden einkommensschwache Haushalte entlastet. Die Strompreise müssen stärker überwacht und sozial gerechter ausgerichtet werden. Wir wollen ein bundeseinheitliches Netzentgelt über alle Spannungsebenen einführen. Die Stromsteuer für private Verbraucher wollen wir senken. Für zusätzliche Entlastungen wollen wir einen Energiewendefonds auflegen… Außerdem wollen wir Rabatte bei der EEG-Umlage für energieintensive Industrien abschaffen. Die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden darf nicht zu höheren Warmmieten oder gar Verdrängung führen. Wir fordern darum ein stärkeres Engagement der öffentlichen Hand, um hier die Kosten für Mieter zu begrenzen. Um den Altbaubestand bis 2050 nahezu vollständig energetisch zu sanieren, muss sich die Sanierungsrate von derzeit 1,1 Prozent auf zwei Prozent im Jahr verdoppeln. Dazu sollen ein verbindlicher Plan erstellt und die Förderprogramme für energetische Gebäudesanierung deutlich und dauerhaft erhöht werden. Bei der Wärmedämmung werden vorrangig die Maßnahmen gefördert, bei denen umweltfreundliche Dämmstoffe verwendet werden. Der verpflichtende Anteil erneuerbarer Energien an der Wärmeversorgung für Neubauten muss schrittweise gesteigert und bei grundlegenden Sanierungen auch auf den Gebäudebestand ausgeweitet werden. Der regenerative Wärmeanteil in Deutschland soll 2020 mindestens 20 Prozent betragen. Am preiswertesten und umweltfreundlichsten ist immer noch die Kilowattstunde, die erst gar nicht bereitgestellt werden muss. Effizienzpolitik braucht nicht nur Fördermittel, sondern auch Gesetze und Verordnungen, die Mindeststandards für den Energieverbrauch von Produkten, Produktionsweisen und Gebäuden (auch im Bestand) vorgeben. AfD Die AfD nutzt einige Textstellen ihres 76-seitigen Wahlprogramms für Statements und konkrete Forderungen zum Themenbereich Energie. Zu den Kernthesen gehören u. a.: Deutschland hat Strompreise, die mit jedem Zubau weiterer Wind- und Sonnenstromanlagen und dem Netzausbau zwangsläufig weiter steigen. Der mit staatlicher Planwirtschaft erzeugte Ökostrom hatte im Jahr 2015 einen Marktwert von 3,3 Milliarden Euro. Zusammen mit den EEG-Subventionen kostete dieser Ökostrom die Verbraucher 27,5 Milliarden Euro (Quelle: BMWi). Diese Subventionen fließen zu den Profiteuren der Energiewende und belasten jeden Vierpersonenhaushalt bis 2025 mit jeweils 25.000 Euro. Damit findet eine Umverteilung von unten nach oben statt. Die volkswirtschaftlichen Mehrkosten der geplanten Energiewende allein im Strombereich werden bis 2050 zusammen mehrere Billionen Euro betragen. Die naturgesetzlich, technisch und wirtschaftlich bedingten und daher vorhersehbaren Probleme der Energiewende wie weiter steigende Preise, gefährdete Netzstabilität, zunehmendes Risiko für Stromausfälle und fehlende Großspeicher, bleiben ungelöst. Die AfD fordert deshalb, das EEG ersatzlos zu streichen. Solange das EEG noch nicht abgeschafft ist, sollen u. a. keine EE-Anlagen in Wäldern und Schutzgebieten errichtet werden. Die ständige Verschärfung von Verordnungen und Gesetzen im Wärmesektor, wie die Energieeinspar-Verordnung (EnEV) und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) zur Dämmung und Heizung, führt zu stark steigenden Bau- und Rückbaukosten und entsprechend hohen Mieten, die die unteren Einkommensgruppen besonders hart treffen. Die AfD fordert deshalb, die EnEV und das EEWärmeG abzuschaffen. Das Ziel der Bundesregierung ist es, bis 2050 die CO2-Emissionen um 80 bis 95 Prozent zu senken. Die Sektoren Mobilität und Wärme sollen durch Umstellung auf Ökostrom ebenfalls emissionsfrei werden. Dies erfordert einen Ausbau der Windenergieanlagen in einem Ausmaß und mit einer Geschwindigkeit, die Wirtschaft und Bürger überfordern. Die bestehenden Kernkraftwerke wollen wir deshalb nicht vor Ende ihrer Nutzungsdauer außer Betrieb nehmen. Auch auf die Nutzung moderner Gas- und Kohlekraftwerke wird Deutschland auf absehbare Zeit nicht verzichten können. Die Aussagen des Weltklimarats (IPCC), dass Klimaänderungen vorwiegend menschengemacht seien, sind aus Sicht der AfD wissenschaftlich nicht gesichert. Mit dem Beitritt zum Pariser Abkommen und dem von der Bundesregierung erlassenen Klimaschutzplan 2050 hat Deutschland sich verpflichtet, für die sogenannte „Dekarbonisierung“ weitgehende Eingriffe in unsere Wirtschaft und Gesellschaft vorzunehmen. Wir wollen das Projekt der Dekarbonisierung über die „Große Transformation“ beenden und den Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung aufheben. Das Pariser Klimaabkommen vom 12.12.2015 ist zu kündigen. Deutschland soll aus allen staatlichen und privaten „Klimaschutz“-Organisationen austreten und ihnen jede Unterstützung entziehen. Quelle: Jürgen Wendnagel; weitere Infos und Quelle unter: https://www.haustec.de/management/enev-und-eeg-abschaffen-was-die-parteien-nach-der-bundestagswahl-planen?utm_campaign=NL20170901&utm_medium=newsletter&utm_source=haustec&utm_term=%22EnEV+und+EEG+abschaffen%22%3A+Was+die+Parteien+nach+der+Bundestagswahl+planen  

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Reformiertes Energielabel sorgt seit August für Verwirrung

von pm-energy

30. August 2017 | erstellt in Energieeffizienz, Energiewende, Kosten senken, Neuigkeiten, Politik

Das EU-Energielabel informiert Verbraucher beim Kauf über den Energieverbrauch von Geräten. Allerdings stößt die derzeitige Kennzeichnung an ihre Grenzen.

Reformiertes Energielabel sorgt seit August für Verwirrung
Bekanntheit und Einfluss sind groß: So erkennen bei Umfragen rund 95 Prozent das europäische Energielabel, bei 84 Prozent beeinflusst es die Kaufentscheidung von Haushaltgeräten. Allerdings hat die derzeitige Kennzeichnung mit der besten Energieeffizienzklasse A+++ ihre Grenzen erreicht. Beispielsweise sind bei Waschmaschinen schon gut drei Viertel der angebotenen Modelle in der besten Klasse A+++ (Abfrage Online-Geräteberater bei www.hausgeraete-plus.de). Von den eigentlich sieben Klassen dürfen aufgrund von Ökodesign-Mindestanforderungen überhaupt nur noch die drei besten Klassenneu in den Handel gebracht werden. Damit ist von einer Lenkungswirkung für Verbraucher und einem Anreiz für Hersteller, effizientere Geräte zu entwickeln, nicht mehr viel übrig geblieben.

A+++, A++ und A+ verschwinden

Daher hat die Europäische Union das Energielabel reformiert: Am 1. August 2017 ist die neue Rahmenverordnung in Kraft getreten. Auffälligste Änderung: Die „Plus“-Klassen verschwindenzukünftig, alle Energielabel reichen einheitlich von Energieeffizienzklasse A bis G.

A und B bleiben zunächst frei

Um Platz für technischen Fortschritt zu lassen, sollen anfangs die Klassen A und B frei bleiben. Die Vereinheitlichung der Skala ist zwar generell positiv für die Verbraucherinformation zu sehen, dafür aber erklärungsbedürftig. Denn zukünftig sollen die Kunden C- oder D-Geräte kaufen, während sie bislang an A+, A++, A+++ gewöhnt sind. „Die aktuell verfügbaren Bestgeräte werden quasi auf dem Papier abqualifiziert. Der Kunde, der ein Bestgerät kauft, muss dann mit der Klasse C vorlieb nehmen - weil es zunächst noch gar kein A- oder B-Gerät geben soll“, so Dr. Jan Witt, Geschäftsführer der HEA-Fachgemeinschaft. Über lange Jahre werden zudem Geräte mit altem und neuem Energielabel parallel angebotenwerden. „Um Verwirrung zu vermeiden, muss deshalb verdeutlicht werden, dass neue, energieeffiziente Geräte mit neuem Label trotz niedrigerer Energieeffizienzklasse sparsamer sind als Geräte mit altem Label“, so Witt. Weitere Informationen gibt es unter www.hea.de.

Fristen für die Umstellung

Alle 16 bereits existierenden Energielabel werden in den nächsten Jahren auf die Klassen A bis G umgestellt. Besonders schnell gehen soll es bei Kühl- und Gefriergeräten, Geschirrspülern, Waschmaschinen, Fernsehern sowie elektrischen Lampen und Leuchten. Ziel ist, dass Ende 2019 diese Geräte auch tatsächlich mit dem neuen Label A bis G in den Geschäften stehen. Dagegen bekommen z. B. Heizungen und Warmwasserbereiter frühestens 2026 das neue Energielabel. Quelle: https://www.haustec.de/management/reformiertes-energielabel-sorgt-seit-august-fuer-verwirrung?utm_campaign=NL20170829&utm_medium=newsletter&utm_source=haustec&utm_term=Reformiertes+Energielabel+sorgt+seit+August+f%C3%BCr+Verwirrung

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CO2-Emissionen steigen im ersten Halbjahr

von pm-energy

8. August 2017 | erstellt in Energiewende, Erneuerbare Energien, Konventionelle Energieträger, Neuigkeiten, news, Politik, Studie

Anstatt zu sinken, erhöhte sich der Ausstoß von Treibhausgasen in Deutschland im ersten Halbjahr 2017, wie die Think Tanks Agora Energiewende und Verkehrswende berechnet haben. Aus einer Quelle gingen die Emissionen besonders hoch.
Mineralöl führt die Negativ-Liste an: Die im Verkehr verursachten Treibhausgase kletterten im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahrszeitraum um 4,6 Millionen Tonnen, wie die beiden Think Tanks Agora Energiewende und Verkehrswende errechnet haben. Diesel verzeichnete ein Absatzplus von 6,5 Prozent, bei Benzin waren es 2,5 Prozent und bei Flugbenzin fast 8 Prozent mehr. „Das zeigt, wie wichtig es ist, endlich auch Klimaschutzpolitik im Verkehr entschlossen zu betreiben“, sagt Christian Hochfeld, Direktor von Agora Verkehrswende. „Wenn eine umfassende Verkehrswende kein Schwerpunkt in der nächsten Legislaturperiode wird, lassen sich Deutschlands ambitionierte Klimaschutzziele nicht erreichen.“

Unterm Strich stieg der energiebedingte Ausstoß von Kohlendioxid in den ersten sechs Monaten des Jahres um knapp 5 Millionen auf 428 Millionen Tonnen – ein Plus von 1,2 Prozent. Die Denkfabriken, hinter denen die Stiftung Mercator und der European Climate Foundation stehen. erwarten, dass die Emissionen auch übers gesamte Jahr steigen werden.
Klimaziel rückt weiter in die Ferne Damit rückt das Klimaziel, das Kanzlerin Angela Merkel (CDU) kürzlich bekräftigt hat, weiter in die Ferne. Es sieht eine Minderung des CO2-Ausstoßes bis 2020 um 40 Prozent gegenüber den Werten von 1990 vor. Im vergangenen Jahr waren jedoch erst 27,6 Prozent erreicht. „Die Lücke zum Klimaschutzziel von minus 40 Prozent wird nicht kleiner, sondern bleibt bei rund 150 Millionen Tonnen“, sagt Patrick Graichen, Direktor von Agora Energiewende. Um die Werte doch noch zu erreichen, fordert er „unmittelbar nach der Bundestagswahl“ ein „Sofortprogramm Klimaschutz, das für Strom, Wärme und Verkehr schnell wirkende Maßnahmen enthält“. Aus Erdgas wurden den Agora-Berechnungen zufolge im ersten Halbjahr 2,9 Millionen Tonnen CO2 mehr ausgestoßen, aus Braunkohle lag das Plus bei 2,3 Millionen Tonnen. Die Emissionen aus der Nutzung von Steinkohle sanken hingegen um 5,1 Millionen Tonnen. Für den Anstieg des Mineralöls machen die Denkfabriken allein den höheren Verbrauch von Benzin, Diesel und Kerosin verantwortlich. Der Absatz von Heizöl hingegen sei im ersten Halbjahr sogar leicht gesunken – trotz der kälteren Witterung. Die Änderungen beim Verbrauch von Braunkohle, Steinkohle und Erdgas sind laut Agora vor allem auf die Entwicklungen am Strommarkt zurückzuführen: So hätten die Erneuerbaren Energien deutlich zugelegt, ebenso die Nutzung von Gas in Kraftwerken, insbesondere KWK-Anlagen. Dies ging zu Lasten der Steinkohle – hier wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres auch einige Steinkohlekraftwerke stillgelegt.
Jutta Maier
Quelle: BizzEnergy, 07.08.2017

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Fossile-Energien-Umlage würde 2017 bei 10,2 Cent pro Kilowattstunde liegen

von pm-energy

5. Juli 2017 | erstellt in Energiewende, Erneuerbare Energien, Konventionelle Energieträger, Kosten senken, Politik

Photovoltaik, Windkraft und Co. werden gern als Preistreiber bei den Stromkosten gebrandmarkt. Nach einem Bericht von „Strom-Report“ liegen die staatlichen Förderungen und Vergünstigungen für Atomkraft, Kohle und Gas sowie deren Folgeschäden mit 33 bis 38 Milliarden Euro in diesem Jahr erneut deutlich über dem Niveau der Ausgaben für Erneuerbare. Doch diese Kosten erscheinen nicht auf der Stromrechnung, sondern werden auf die Steuerzahler abgewälzt.

 Die EEG-Umlage liegt derzeit bei 6,88 Cent pro Kilowattstunde. Die Kosten werden auf den Strompreis der privaten Haushalte und kleineren Unternehmen in voller Höhe aufgeschlagen. Gern wird die EEG-Umlage daher als Treiber für den Strompreis an den Pranger gestellt. Vergessen wird dabei, dass auch Strom aus Atom-, Kohle- und Gaskraftwerken etwas kosten. Das Portal „Strom-Report“ hat nun auf Grundlage der Berechnungen des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) ermittelt, dass eine Fossile-Energien-Umlage in diesem Jahr 10,2 Cent pro Kilowattstunde betragen würde.
Das Volumen der staatlichen Subventionen und Steuervergünstigungen für Atom, Kohle und Gas wird sich in diesem Jahr voraussichtlich auf 33 bis 38 Milliarden Euro summieren, heißt es bei „Strom-Report“. Mit eingerechnet wurden Kosten für die Folge- und Umweltschäden durch fossile Energien. Insgesamt kommt man somit auf die Fossile-Energien-Umlage von rund zehn Cent pro Kilowattstunde. Die Kosten erscheinen allerdings nicht auf der Stromrechnung der Verbraucher, sondern werden auf die Steuerzahler abgewälzt. Für die Förderung von Photovoltaik, Windkraft und den anderen Erneuerbaren werden voraussichtlich 25 Milliarden Euro in diesem Jahr fällig. Infografik „Fossile-Energien-Umage: Die realen Kosten von Kohle- & Atomstrom“: Strom-Report In den vergangenen Monaten ist immer wieder über mögliche Fondslösungen und Steuerfinanzierungen für die EEG-Kosten diskutiert worden. Konkrete Pläne dafür gibt es allerdings nicht und das Thema ist politisch umstritten. In dieser Woche erst hat Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) mittelfristig die Abschaffung des EEG und der EEG-Umlage gefordert. Er monierte die ungerechte Kostenverteilung. Die Kosten für die Energiewende sollten nach seinem Willen aus dem Bundeshaushalt finanziert werden. Zuvor sollten aber die regulatorisch bedingten Fehlentwicklungen und Kostentreiber reduziert werden, so Gerber. Quelle: https://www.pv-magazine.de/2017/06/29/fossile-energien-umlage-wuerde-2017-bei-102-cent-pro-kilowattstunde-liegen/

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Neue EWG Studie: Deutschland verfehlt Klimaziele erheblich

von pm-energy

4. November 2016 | erstellt in Energiewende, Erneuerbare Energien, Politik

Eine Nullemissionswirtschaft ist nötig, um Pariser Abkommen zu erreichen 4. November 2016, Berlin – Die aktuellen Klimaziele Deutschlands sind viel zu schwach, um  das Pariser Klimaabkommen zu erfüllen. Und selbst diese schwachen Ziele droht die Bundesregierung zu verfehlen, so lautet das Ergebnis einer neuen Studie der Energy Watch Group und ASPO Deutschland „Deutsche Klimapolitik – vom Vorreiter zum Bremser“, die heute veröffentlicht wurde. Das Pariser Klimaabkommen tritt heute in Kraft. Doch der ehemalige Klimavorreiter Deutschland fährt zur Weltklimakonferenz in Marrakesch ohne einen Klimaschutzplan - und wird immer mehr zum Klimasünder. „Mit dem heutigen Inkrafttreten des Pariser Abkommens müsste die Bundesregierung  ihr 'Energiekonzept und ihre Klimaziele' völlig neu schreiben. Eine Minderung der nationalen Treibhausgas-Emissionen um 80-95 % bis 2050 im Vergleich zu 1990 ist komplett ungeeignet, um die Pariser Ziele zu erreichen“, so Hans-Josef Fell, Ko-Autor der Studie, Präsident der Energy Watch Group und Bundestagsabgeordneter 1998 - 2013. „Die momentanen Klimaschutz-Maßnahmen der Bundesregierung führen nicht einmal mehr zu nennenswerten Emissionsminderungen. Die globale mittlere Erdoberflächentemperatur steigt derzeit sprunghaft wie nie zuvor. Da schon heute immense Auswirkungen beobachtet und dokumentiert sind, sollten jedwede weitere Temperaturanstiege – ob 1,5 °C oder weniger – inakzeptabel sein. Viel mehr sollte eine Abkühlung auf das vorindustrielle Niveau zum Ziel gemacht werden“, so Fell. Tatsächlich weist die Studie nach, dass der von der Bundesregierung vorgegebene, nationale Emissionsminderungspfad seit 2010 in jedem Jahr überschritten wurde. Besonders die Sektoren Straßenverkehr, Elektroenergie und Landwirtschaft sind an der Überschreitung beteiligt. Gemäß den Projektionen der Bundesregierung wird zum Beispiel der Verkehr im anspruchsvollsten Minderungsszenario den vorgeschriebenen Zielpfad 2035 um 91 % überschreiten. „Der Emissionsminderungspfad von 2010 ist schon in den ersten Jahren verfehlt worden. In Kombination mit den deutlich ambitionierteren Zielen des Pariser Abkommens sind nun zusätzliche Maßnahmen in erheblichem Umfang nötig, deren Ziel eine Nullemissions-Wirtschaft bis 2030 sein sollte“, so Jörn Schwarz, Autor der Studie und Vorsitzender der ASPO Deutschland. Eine weltweite Nullemissionswirtschaft müsse an eine Agenda zur Schaffung wirksamer Kohlenstoffsenken gekoppelt sein. Zur Umsetzung werden diverse nötige Schritte aufgeführt. So sind auf der technischen Seite 100 % Erneuerbare Energien und eine vollständige Kreislaufwirtschaft erforderlich. Politisch betrachtet sei es notwendig, Klimaschutz in die Verfassung aufzunehmen, Anreizinstrumente für Klimaschutzinvestitionen der privaten Wirtschaft zu schaffen und Forschung und Bildung im Bereich Klimaschutz gezielt zu stärken, so die Autoren der Studie. „Diese Studie zeigt deutlich, dass es mit der aktuellen Energiepolitik keine Chance gibt, die Pariser Klimaschutzziele einzuhalten. Im Vergleich zu den ambitionierten Maßnahmen anderer Länder gerät damit Deutschland beim Klimaschutz immer mehr ins Hintertreffen. Damit gefährdet die Bundesregierung nicht nur die Lebensgrundlagen künftiger Generationen, sondern auch die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland“, so Dr. Dr. Volker Quaschning, Professor für Regenerative Energiesysteme an der HTW Berlin und Gutachter der Studie. Die Studie kann hier heruntergeladen werden. Pressekontakt: Energy Watch Group, Tel: +49 30 609 898 810, presse@energywatchgroup.org Energy Watch Group (EWG) ist ein internationales Netzwerk von Wissenschaftlern und Parlamentariern. Die EWG beauftragt die Wissenschaftler mit der Erstellung von Studien und Analysen zur realen Verfügbarkeit fossiler und atomarer Energieressourcen und zu Ausbaumöglichkeiten erneuerbarer Energiequellen weltweit.

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