Neuigkeiten mit dem Thema:: Windkraft

Photovoltaik und Onshore-Wind günstigste Technologien in Deutschland?

von pm-energy

26. März 2018 | erstellt in Energieeffizienz, Energiewende, Erneuerbare Energien, Konventionelle Energieträger, Kosten senken, Photovoltaik, Windkraft

Diese Frage beantwortet das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE mit einem deutlichen "Ja". Das zeigt die jüngste Studie zu den Gestehungskosten für Strom aus erneuerbaren Energien. Forscher des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE haben jetzt die vierte Auflage ihrer Studie zu den Gestehungskosten für Strom aus erneuerbaren Energien vorgelegt. Darin analysieren sie die aktuellen Kosten und prognostizieren die weitere Entwicklung auf Basis von technologiespezifischen Lernraten und Marktszenarien bis zum Jahr 2035. "Die Kostenprognosen der Vorgängerstudien haben sich bestätigt. Die Gestehungskosten für Strom aus erneuerbaren Energien sinken kontinuierlich und sind kein Hindernis für eine CO₂-freie Stromerzeugung mehr. Neu errichtete Photovoltaik-Anlagen und Onshore-Windenergieanlagen an günstigen Standorten sind bereits heute günstiger als fossile Kraftwerke, und dieser Trend wird sich bis 2035 deutlich verstärken", so Projektleiter Dr. Christoph Kost. Die immer bessere Wettbewerbsposition der erneuerbaren Energien führe zu neuen Anwendungen und stark wachsenden Märkten, die nicht mehr auf Förderung angewiesen sind. Die Volllaststunden der konventionellen Kraftwerke sinken durch einen höheren Anteil der Erneuerbaren dagegen weiter, was ihre Kosten in die Höhe treibt. Hinzu kommen steigende Brennstoff- und CO2-Zertifikatspreise. "Es ist davon auszugehen, dass nicht unbedingt die günstigste konventionelle Erzeugungsform am Markt bestehen wird, um die fluktuierenden Erneuerbaren zu ergänzen, sondern diejenige, die eine hohe Flexibilität in Bezug auf Anfahr- und Abfahrvariabilität aufweisen kann, also vorzugsweise Kraftwerke basierend auf Erdgas", so Dr. Christoph Kost. PV-Anlagen am günstigsten Die Fraunhofer-Studie greift aktuelle Trends in Technologie- und Kostenentwicklungen auf, wie die Photovoltaik-Eigenstromversorgung, steigende Volllaststunden für Windenergieanlagen (WEA) und neue Finanzierungsparameter. Die Technologieentwicklungen bei der Photovoltaik führen zu starken Kostensenkungen, so dass sie unter allen Kraftwerkstypen im Mittel die kostengünstigste Technologie in Deutschland ist. Aktuell erzielen PV-Anlagen je nach Anlagentyp und Globalstrahlung – sie liegt in Deutschland zwischen 950 und 1.300 kWh/(m²a) – Stromgestehungskosten zwischen 3,71 und 11,54 €Cent/kWh. Die spezifischen Anlagenkosten liegen je nach Anlagentyp bei 600 bis 1.400 Euro/kWp. Beim Windstrom führten sinkende Anlagekosten und steigende Volllaststunden zu den niedrigen Gestehungskosten von 3,99 bis 8,23 €Cent/kWh, was sie zur zweitgünstigsten Erzeugungstechnologie macht. An guten Standorten produzieren Onshore-Windenergieanlagen zu geringeren Kosten als neue Kohle- oder Gas- und Dampfturbinenkraftwerke-Kraftwerke. Trotz höherer durchschnittlicher Volllaststunden von bis zu 4.500 Stunden/Jahr sind Offshore-Windenergieanlagen mit knapp 7,49 bis 13,79 €Cent/kWh deutlich teurer, was an den höheren Installations-, Betriebs- und Finanzierungskosten liegt (3.100 bis 4.700 Euro/kW). Für konventionelle Kraftwerke ergeben sich unter den derzeitigen Bedingungen auf dem Strommarkt mit den jeweiligen Volllaststunden sowie Brennstoff- und CO₂-Zertifikatspreisen folgende Stromgestehungskosten: 2018 errichtete Braunkohlekraftwerke können Gestehungskosten von 4,59 bis 7,98 €Cent/kWh für die gewählten Betriebsparameter (mit einem heute sehr niedrigen CO₂-Preis und stark ansteigenden CO₂-Preis) ausweisen. Es folgen große Steinkohlekraftwerke (6,27 bis 9,86 €Cent/kWh) und Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerke (7,78 bis 9,96 €Cent/kWh). Gaskraftwerke sind mit 11,03 bis 21,94 €Cent/kWh deutlich teurer. Prognose bis 2035 Durch technologische Fortschritte werden PV-Freiflächenanlagen in Süddeutschland und Onshore-Windenergieanlagen an windreichen Standorten bis 2035 die durchschnittlichen Stromgestehungskosten aller fossilen Kraftwerke deutlich unterbieten. Ab 2030 fallen die Stromgestehungskosten für PV-Anlagen unter 4,7 Cent/kWh für Aufdachanlagen bzw. 2,41 €Cent/kWh für Freiflächenanlagen. Die spezifischen Anlagenkosten werden bis 2035 auf 350 bis 815 Euro/kWp sinken. Offshore-Anlagen haben noch ein starkes Kostenreduktionspotenzial und zugleich ist durch die technische Weiterentwicklung eine Steigerung der Volllaststunden zu erwarten. Bis 2035 werden sie je nach Standort und Windangebot mit 3,49 bis 10,07 €Cent/kWh vergleichbare Preise wie heutige PV-Kraftwerke erreichen. Quelle: www.haustec.de

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Netzausfall im Allgäu getestet

von pm-energy

11. September 2017 | erstellt in Energiewende, Erneuerbare Energien, Neuigkeiten, Solarenergie, Windkraft

In Wildpoldsried hat der Versorger absichtlich einen Teil des Verteilnetzes vom restlichen Netz getrennt und unterbrechungsfrei in den Inselbetrieb überführt. Das ist ausschließlich mit den am Netz angeschlossenen Ökostromanlagen und Speichersystemen gelungen.

In einem Versuch haben die Partner eines Forschungsprojekts im bayerischen Wildpoldsried den Netzausfall getestet. Es ist das erst Mal, dass ein solcher Versuch außerhalb des Labors stattfindet. Konkret wurde ein Teil des Niederspannungsnetzes von Allgäu Netz abgetrennt und bewusst stromlos gelegt. Damit haben die Projektpartner eine Netzstörung und einen sogenannten Black-out simuliert. Nachdem der Netzteil abgekoppelt war, wurde er ausschließlich mit Ökostromanlagen und Speichern wieder neu gestartet. Nachdem der Schwarzstart erfolgreich gelungen ist, konnte das Netz mit den angeschlossenen Erzeugungs- und Speicheranlagen wieder vollkommen stabilisiert und als Inselnetz weiterbetrieben werden.

Stromkunden ohne Unterbrechung weiter versorgt

Die Besonderheit: Die am betroffenen Teil des Netzes angeschlossenen Haushalte wurden vorher nicht getrennt. Der Schwarzstart ging so schnell, dass die Stromkunden von der Abkopplung des Netzteils nichts mitbekommen haben. Auf diese Weise haben die Projektpartner gezeigt, dass die Stromversorgung in Wildpoldsried als Inselnetz betrieben werden kann, wenn das Hauptnetz ausfällt. Sie haben auch bewiesen, dass sich der Übergang in den Inselnetzbetrieb nahezu unterbrechungsfrei realisieren lässt.

Versorgungssicherheit gewährleisten

Das Ergebnis sei ein wichtiger Meilenstein, betont Michael Lucke, Geschäftsführer der Allgäuer Überlandwerke. „Es zeigt uns, dass Microgrids künftig helfen werden, eine stabile und sichere Stromversorgung im Netz zu ermöglichen“, sagt er. Der regionale Stromversorger ist zusammen mit Siemens, Allgäu Netz, der RWTH Aachen, der Hochschule Kempten und dem Kemptener IT-Unternehmen Idkom an dem Projekt beteiligt. Damit wollen sie zeigen, dass solche Inselnetze die Versorgungssicherheit aufrecht erhalten können, wenn mehr volatile Erzeuger wie Photovoltaikanlagen ans Netz angeschlossen sind. Sie können aber auch im Zweifelsfall Netzausfälle abfangen, die zum Beispiel durch Unwetter verursacht werden. (su) Quelle: Photovoltaik Newsletter:  https://www.photovoltaik.eu/gentner.dll?DID=A17FAC86A3C2D06DA16C6DC88A2E7FBEDB5FF8076F0FB69C34CA40B569981E76E6B5144AA9269467&UIT=TkxfSURFTlQ9MTEwNDcyXzIwMTdfMDlfMDdfMTFfMjNfNDAmTkxfTUlEPTExMDQ3Mg&AID=781044&MID=110949&UID=ADADD7A1E57655ACDACAA2D157E8B4CA565B2D03EABCE314

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Studie: Weltweit 100 Prozent erneuerbare Energien bis 2050 möglich

von pm-energy

23. September 2015 | erstellt in Energiewende, Erneuerbare Energien, Kosten senken, Neuigkeiten, news, Politik, Studie, Wärmeenergie, Windenergie, Windkraft, Wirtschaft

22.09.2015: Die Umweltschutzorganisation Greenpeace, der Weltrat für Windenergie (Global Wind Energy Council) und der europäische Solarunternehmensverband Solar Power Europe haben eine Studie zum möglichen Umbau der weltweiten Energieversorgung auf erneuerbare Ressourcen vorgelegt. Die Erstellung der Rechenmodelle übernahm das Institut für Technische Thermodynamik – Systemanalyse und Technikbewertung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Die Studie »Energy Revolution« kommt zu dem Ergebnis, dass eine 100-prozentige Versorgung der gesamten Welt durch Erneuerbare ab 2050 technisch möglich und »finanziell attraktiv« sei. Die erforderliche Ausgaben – die Studie errechnet weltweit durchschnittlich eine Billion Dollar jährlich bis 2050 – werden demnach durch positive Effekte überkompensiert. Es würden jährlich 1,07 Billionen Dollar an Brennstoffkosten gespart und Millionen zusätzlicher Arbeitsplätze geschaffen: »Während die Zahl der Beschäftigten der globalen Energiebranche ohne beschleunigte Energiewende bis zum Jahr 2030 leicht auf 28 Millionen sinkt, würde die Branche bei einer Umstellung auf 100 Prozent Erneuerbare im gleichen Jahr 48 Millionen Menschen Arbeit geben«, heißt es in einer Greenpeace-Mitteilung zum Erscheinen der Studie. Deutschland könne insbesondere von einem wachsenden Weltmarkt für Windenergie profitieren. Die großen Herausforderungen auf dem Weg zu einer vollständig erneuerbaren Energieversorgung liegen der Studie zufolge nicht im technischen oder ökonomischen, sondern im politischen Bereich. So erhielten die konventionellen Energien nach Zahlen der Internationalen Energieagentur (IEA) weltweit jährlich Subventionen und Zuwendungen von 550 Millionen Dollar – doppelt so viel wie erneuerbare Energien. Bedeutende technische Veränderungen seien allerdings im Wärme- und ganz besonders im Transportsektor nötig. Die Studie gibt es auf Englisch kostenlos als PDF. © PHOTON www.greenpeace.org/international/en/publications/Campaign-reports/Climate-Reports/Energy-Revolution-2015/

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