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Marktstammdatenregister – PV Anlagen online anmelden

von pm-energy

31. Januar 2019 | erstellt in Energiewende, Erneuerbare Energien, Neuigkeiten, Politik

31.01.2019

Zum 31. Januar 2019 geht das Marktstammdatenregister online. Über das Portal müssen dann Photovoltaikanlagen und Speicher registriert werden.
Die Meldung erfolgt durch den Betreiber oder eine bevollmächtigte Person, spätestens einen Monat nachdem die Anlage ans Netz geht oder erweitert wurde. Bereits gemeldete Anlagen werden aufgrund der Bestimmungen der DSGVO nicht in das MaStR übernommen. Eine Neuanmeldung innerhalb Zweijahresfrist ist erforderlich. Betreiber von Photovoltaikanlagen müssen sich in einem ersten Schritt zwingend persönlich registrieren. Dann können sie z. B. ihrem Installateur eine Vollmacht für den Eintrag der Stammdaten ausstellen. Dies geschieht, indem der Betreiber dem Bevollmächtigten die entsprechenden Rechte im Webformular zuweist. Weitere Informationen zum Marktstammdatenregister finden Sie hier.

Quelle: Newsletter Solarwatt

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Nach der Kohle zum Gas

von pm-energy

11. Januar 2019 | erstellt in nicht kategorisiert

11.01.2019

Von der Energiewirtschaft wird parallel zur Arbeit der Kohlekommission der „Fuel Switch“ propagiert, der Austausch des Brennstoffs Kohle gegen Erdgas. Dies sei klimafreundlich, weil Erdgasheizungen und Erdgaskraftwerke weniger CO2 emittierten. Erdgas würde die Kosten- und die Versorgungssicherheit gewährleisten und die Klimaziele leichter erreichen lassen. So das gar nicht so neue Narrativ. Auch wenn die Protagonisten einer Solarisierung mit dem Slogan „Nach der Kohle die Sonne“ unterwegs sind, arbeiten mächtige Interessenverbände daran, die Weichen anders zu stellen. Erdgas, Erdgas, Erdgas sabbert es aus interessengeleiteten Mündern, von Altmaier über Putin bis zu Trump.

Mitte 2018 modifizierte die EU einen wesentlichen Faktor im Emissionshandelssystem ETS (Emissions Trading System), dem bisher völlig wirkungslosen Instrument zur CO2-Reduzierung: In den Jahren 2019 bis 2023 soll die Zahl der im Umlauf befindlichen Zertifikate drastisch verringert werden. Nachdem sie jahrelang unterhalb der Grasnarbe dümpelten, beginnen nun die Preise für europäische CO2-Emissionszertifikate zu steigen. Experten erwarten, dass sie sich bei 35 bis 40 Euro einpendeln könnten.

Die Organisation Carbon Tracker in London schätzt, dass sich ein Zertifikats-Defizit im Umfang von insgesamt rund 1,4 Mrd. Tonnen an CO2-Emissionen ergeben wird. Sie meint weiter, die dadurch steigenden CO2-Emissionspreise werden den Wechsel von der Kohle zu Erdgas gerade in Ländern wie Deutschland, Italien, Spanien und den Niederlanden begünstigen und beschleunigen. In Großbritannien sei dieser Trend bereits im Herbst 2018 erkennbar gewesen. Beim Verbrennen von Erdgas entsteht zwar weniger CO2 als bei der Kohle. Durch das höhere Wasserstoff/Kohlenstoff-Verhältnis wird um bis zu 25 % weniger CO2 erzeugt. Insofern ist es richtig, dass die Betreiber von Gaskraftwerken weniger Geld für die Zertifikate ausgeben müssen und der Umstieg auf Erdgas wirtschaftlich lukrativ wird.

Dem Klimaschutz nutzt das wenig. Denn additiv zum CO2 wirkt mit dem Methan aus den Vorkettenemissionen, die über Leckagen bei der Förderung und dem Transport auftreten, ein Faktor, der Erdgas keinen Deut besser sein lässt als Kohle. Um es anders auszudrücken, Erdgas ist dank des nicht verbrannten Methans und weiterer Klimagase sogar noch klimawirksamer. So wirkt Methan in den ersten 10 bis 20 Jahren seiner Verweildauer in der Atmosphäre fast 90mal klimaschädlicher als CO2. Und das sind genau die Jahre, in denen es darauf ankommt, das Ruder bei den Emissionen klimaschädlicher Gase herum zu reißen, will man die Ziele der Pariser Klimakonferenz erreichen.

Da das ETS monokausal angelegt ist und nur einen einzigen Faktor als Kriterium zur Bewertung der Klimaschädlichkeit heranzieht, ist es leicht, den ursprünglich erhofften ökonomischen Effekt auszuhebeln. Das wirft natürlich Fragen für alle Energiewendefreunde auf, die sich hinter der Forderung „CO2 braucht einen Preis“ versammeln. Sie sehen sich mit einer ins Gegenteil verkehrten Situation konfrontiert. Die Behauptung, die sich etwa in den Publikationen des „Vereins für eine nationale CO2 Abgabe e.V.“ (Freiburg) findet, eine CO2 Abgabe würde einen „starken Anreiz“ für den weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien hervorrufen, müsste wohl überdacht werden. Die Aussage „eine Abgabe – große Wirkung“ ist zwar nicht falsch, bekommt aber eine völlig gegenteilige Bedeutung.

Es offenbart sich ein Dilemma, das bei nahezu jeder monokausalen Argumentation droht. Wer meint, eine komplexe Situation auf eine einfache Formel herunter brechen zu können, schießt sich schnell selbst ins eigene Knie. Die Forderung nach einer CO2-Bepreisung, die jahrelang als der populäre Hebel für eine Klimapolitik galt, wird zum gefährlichen Rohrkrepierer. Sie trägt dazu bei, die Erneuerbaren Energien auszubremsen. Statt den Klimaschutz zu stärken, prolongiert  sie den Einsatz fossiler Brennstoffe in einer gefährlichen Situation. Gefährlich deshalb, weil Klimagase kumulativ wirken.
Stattdessen sollte eine umfassende Schadstoffsteuer oder Schadstoffbepreisung gefordert werden, die alle klimaschädlichen Gase erfasst und an der Quelle verteuert. Das Wort von den CO2 Äquivalenten macht ja schon länger die Runde. Nur so kann klimafreundliche Energieerzeugung und Mobilität gefördert werden. Zudem muss, um den Zubau Erneuerbarer Energien wieder in Schwung zu bringen, der Zubaudeckel von 52 GW ersatzlos gestrichen werden,  auch er befördert  einen Fuel Switch zum Erdgas. Sonne- und Windenergie sind bereits jetzt kostengünstiger als alle fossilen Energien. Zum Teufel mit den „Fuel Switch“.

Klaus Oberzig

Quelle: http://www.dgs.de/news/en-detail/110119-nach-der-kohle-ins-gas/


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